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Geballte Feldafinger Kunst: Kuratorin Rita Enzinger präsentiert eine bemerkenswerte Ausstellung in Garatshausen zur 900-Jahr-Feier des Hauptorts Feldafing. 25 Künstler aus der Gemeinde sind dabei. Foto: Andrea Jaksch

BRK-Schloss Garatshausen

107 Ausschnitte aus Feldafings Kunstszene

Garatshausen – Eine neue Ausstellung zum Ortsjubiläum: 25 Künstler zeigen gemeinsam ihr Werk im Garten und im Haus.

Bunte Fahnen von Beate Oehmann im Park vom Schloss Garatshausen laden zu einem außergewöhnlichen Kunstereignis ein. Zum 900. Geburtstag Feldafings ziehen 25 Künstler an einem Strang und nehmen an einer Gemeinschaftsausstellung teil. „Die Ausstellung soll zeigen, was die Künstler zu sagen haben“, so die Initiatorin Rita Enzinger. Sie war angesichts der Fülle an Arbeiten – es sind 107 – glücklich, dass das BRK Fluren, Gemeinschaftsräume, den Spiegelsaal im Schloss und den Park öffnete.

Helga Kremer beeindruckt mit Zeichnungen und trotzt Krankheit

Teilnehmen konnte jeder, der Lust hatte, es gab keine Jury. Man findet also ein breites Spektrum an Kunstwerken, Bekanntes und Neues. Eine Neuentdeckung ist Bühnenbildnerin Theräs Reich, die sich mit großformatigen Porträts von König Ludwig II. und Sisi vorstellt. Eine Arbeit mit Sisi, Ludwig II., Thomas Mann und Lenné „grüßt herrschaftlich über den See“, wie Enzinger sagt. Der Rundgang mit der Kuratorin, den sie im Juli immer dienstags um 17 Uhr und mittwochs um 10 Uhr anbietet, ist anzuraten, denn die Werke sind weitläufig verstreut, aber gut platziert, so dass sich die einzelnen Arbeiten keine Konkurrenz machen.

Zu den herausragenden Arbeiten gehören die Skizzen von Susanne Palme-Waldemer, die mit flüchtigem Strich Reisegruppen als Gegenbewegung zu den Flüchtlingsströmen festgehalten hat. Bärbel Frank verwandelt in ihren souveränen Kreidezeichnungen Fundstücke in lebendig wirkende Organismen. Bei den Gemälden überzeugen Mechthild Doyés reduzierte Landschaften durch Lichtführung und Tiefenwirkung. Maria Rosina Lamp inszeniert einen Blick in den Garten zu einem farbspiegelnden Lichtgeflirre. Sybille Thebe schafft märchenhafte Zaubergärten, während Ina Kohlschovsky mit düsteren fotorealistischen Flüchtlingsbildern oder Bettina Tratzmüller mit ihren „Wäschern“, die in Giftseen mit Gummihandschuhen hantieren, politische oder ökologische Probleme thematisieren. Helga Kremer beeindruckt mit ihren Zeichnungen, mit denen sie ihrer Krankheit trotzt.

Johannes Hofbauer zeigt gegenstandslose Holzarbeiten

Für heftige Diskussionen sorgt das durch Aggressivität provozierende Tryptichon „An Apple for Peace“ von Mario Sprinz, das die biblische Verführungsszene von Adam und Eva als Gewaltakt darstellt. Es hängt – noch – in einem Raum, der auch als Gebetsraum genutzt wird.

Neben Zeichnungen und Gemälden gibt es noch Skulpturen, aus Bronze wie das Vogelpaar von Christiane Rausch oder Holz, wie die gegenstandslosen Arbeiten von Johannes Hofbauer. Dazu noch satirische Tonfiguren von Angelika Littwin-Piper, Glaskunst von Hannerose Matthes und Nazzarena Barni und Tibetfotos von Rita Enzinger, die mit dieser Ausstellung „ein Forum schaffen will, an dem jeder wachsen kann“.

Die Ausstellung im BRK-Schloss Garatshausen ist bis September zu sehen. Abends ist das Haus bis 20 Uhr geöffnet.

Von Astrid Amelungse-Kurth

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