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Hat viele Diskussionen hinter sich: Bürgermeister Rainer Schnitzler.

Bürgerhaus

Mittlerweile fast zehn Millionen

Pöcking – Noch ist kein einziger Stein verbaut, aber das Haus der Bürger und Vereine in Pöcking wird teurer und teurer. Das sorgt zumindest in Teilen des Rats für Unmut.

 Die Sitzung des Gemeinderates war – wie eigentlich immer in Pöcking – harmonisch und sachorientiert. Zumindest, bis das Thema „Haus der Bürger und Vereine“ aufgerufen wurde. Dann war es nur noch sachorientiert, von Harmonie fehlte aber jede Spur. Die Gemeinde hatte das Energiekonzept für das neue Bürgerhaus vorgestellt. Drei Varianten standen dabei zur Auswahl: Eine Luftwärmepumpe mit Gasbrennwertkessel, eine Pellet-Heizung und die ökologisch wertvollste Variante – eine Wärmepumpe mit Geothermie und einer Fotovoltaikanlage zur Stromversorgung. 

Diskussion um Heizung: "Das bringt uns als Grüne in eine prekäre Lage"

Kleiner Haken: Letztere Variante wäre mit 331 000 Euro auch die deutlich teuerste gewesen. Dennoch hatte sie der Bauausschuss zur Beschlussfassung empfohlen. Damit würde allerdings der ursprünglich vereinbarte Kostenrahmen von acht Millionen Euro für den gesamten Gebäudekomplex ein weiteres Mal nicht eingehalten. Das wiederum erzürnte erneut Ute Nicolaisen-März (CSU): „Und schon sind wir bei der nächsten Kostensteigerung: Mal ein Keller, mal ein Dach, jetzt eine andere Heizung – ich bin mal gespannt, welche finanziellen Überraschungen da noch beim Innenausbau auf uns warten.“ 

Ihr Unmut kommt nicht von ungefähr. Hinter vorgehaltener Hand wird jetzt schon kolportiert, dass die Kosten für den Bau nur noch ganz knapp unterhalb der Zehn-Millionen-Marke liegen. „Die Schleusen sind offen, Geld spielt keine Rolle mehr“, meinte Nicolaisen-März. Das lasse Böses befürchten: „Wird das beim Gewerbegebiet am Schmalzhof und dem geplanten Bau des Gebäudes für Feuerwehr und Bauhof genauso?“ Auch Simone Greve (Grüne) ließ ihrem Unmut freien Lauf: „Das bringt uns als Grüne in eine prekäre Lage.“ Ohne Zweifel sei die Wärmepumpe die ökologisch wertvollste Technik, die es gibt. Aber zumindest die Grünen würden den fraktionsübergreifenden Konsens, das Projekt mit Abstrichen für acht Millionen Euro zu realisieren, noch beachten. 

Nur fünf Gemeinderäte stimmten gegen teuerste Variante

„Ich frage mich, warum wir den einstimmigen Beschluss, der damals gefasst wurde, komplett ignorieren“, setzte sie hinzu. Bauamtsleister Joseph Wodak meinte nur knapp: „Das eine passt ins Budget, das andere ist gescheiter.“ Bürgermeister Rainer Schnitzler wiederum rechnete erneut vor, dass die Gemeinde Geld spare, wenn sie Geld ausgebe. Denn die Betriebskosten würden erheblich niedriger ausfallen, wenn man auf die moderne Energiespartechnik setze, zudem „drohen Strafzinsen für das Guthaben der Gemeinde auf der Bank“. Albert Luppart (PWG) assistierte: „Mitnichten sind die Geldschleusen geöffnet, es geht um notwendige Verbesserungen am Projekt.“ 

Die Standpunkte zum Thema Bürgerhaus werden zunehmend unvereinbar im Gemeinderat in Pöcking. Und doch hat Bürgermeister Schnitzler immer noch die Mehrheit der Räte hinter sich. Nur fünf stimmten gegen die Vorlage, die teure Wärmepumpe einzubauen, zwölf Gemeinderäte nickten die weitere Kostensteigerung ab. Nun sollen mehrere Bohrungen auf 99 Meter Tiefe gesetzt werden, um die Erdwärme im Winter und die Kühle im Sommer zu nutzen.

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