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Unter der Leitung von Nitta-Jermer Yoshiko gibt der nun 29 Mann starke Chor am 27. November sein erstes Konzert, ein Benefizkonzert.

Männergesangsvereine

„Jugendarbeit beginnt bei uns mit 50“

Wörthsee/Hechendorf - Die Männerchöre verlieren Mitglieder. Um überleben zu können, machen der Männergesangsverein Wörthsee und der Liederkranz Hechendorf nun gemeinsame Sache.

Im Gegensatz zu Frauen sind singende Männer rar. Das führt dazu, dass gemischte Chöre meistens unter einem Frauenüberschuss „leiden“ – und die Männergesangsvereine buchstäblich vom Aussterben bedroht sind. Dieser Umstand machte sich vor knapp zwei Jahren auch beim Männergesangsverein (MGV) Wörthsee und beim Liederkranz „Auf freier Höh“ Hechendorf bemerkbar. „Wir probten teilweise mit zehn bis zwölf Männern“, erinnern sich die Vorsitzenden Wolfgang Herre (MGV Hechendorf) und Karl Grosselfinger (MGV Wörthsee). Vor knapp 18 Monaten schlossen sich die Chöre zusammen und geben am Donnerstag eine Kostprobe ihrer vereinten, nun 29 Mann starken Gesangskraft.

Ihr Liedgut ist ausschließlich A-Capella, Sängerin Nitta-Jermer Yoshiko leitet sie dabei gekonnt an. Mit ihr üben die Bass- und Tenorstimmen die ausschließlich von Stimmen getragenen Stücke einmal in der Woche ein. Gesang ohne Instrumentalbegleitung ist nicht einfach, aber der Aufwand lohnt sich, denn der vierstimmige Klang bekommt genau dadurch seinen ganz besonderen Charme – und das Instrument „Stimme“ tragen die Laienmusiker überall und immer bei sich. Das bewährt sich für den MGV bei gemeinsamen Ausflügen, wenn sie spontan eines der 62 Lieder aus ihrem Repertoire vortragen: Auf der Dampferfahrt, als der Kapitän den Chor aufforderte, ein Lied anzustimmen. Oder damals im Regensburger Dom. Sogar im Münster in Straßburg nutzten die Sänger die tolle Akustik des Gotteshauses. Angezogen vom Vielklang blieben bei Spontanauftritten wie diesen immer wieder Passanten stehen und lauschen, erzählen die Vereinsmitglieder und lassen viele weitere schöne Erinnerungen wach werden. An Geburtstage und Jubiläen, die sie mit ihren Liedern erfüllten. Und damals, als sie auf einem Weingut auf der Treppe Winzern und Besuchern ein Ständchen hielten.

„Singen macht glücklich“, sagt ein Vereinsmitglied. Vorsitzender Grosselfinger belegt das mit einer Studie: „Beim Singen werden Glückshormone frei, und es ist gesund.“ Überhaupt werden Sänger älter und führen ein glücklicheres Leben, legt der Architekt nach. Unterdessen hat die Probe begonnen.

Nach dem Einsingen stimmen die Männer ergreifend schön Schuberts „Zum Gloria“ an, durchfluten den Raum im Feuerwehrhaus mit den reizvoll ineinandergreifenden Männerstimmen. Es klingt schön und trotzdem: „Vermutlich liegt die Zukunft in gemischten Chören“, so Grosselfinger. „Die Jugendarbeit beginnt bei uns mit 50“, gesteht er im selben Atemzug und befürchtet, dass irgendwann auch dieser Männerchor ausstirbt. Bis auf weiteres allerdings ist die Besetzung gesichert, denn wer in den Chor eintritt, der bleibt in der Regel auch dabei. Jährlich ein Dutzend mal treten die Herren auf. Das nächste Mal beim traditionellen Benefiz-Advents-Konzert am Sonntag, 27. November, um 17 Uhr in Wörthsees Kirche zum Heiligen Abendmahl. Der Eintritt ist frei. Spenden gehen an die Kinderkrippe Wörthsee.

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