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Hat den Dorfladen von ihrer Schwiegermutter übernommen: Christine Polz bietet ihren Kunden mehr als 2000 Artikel. Bei der Auswahl ist sie flexibel und erkennt auch neue Trends. Auch Veganer werden bei ihr fündig. 

Unsere Dorfläden 

Walchstadts Lebensmittelpunkt

Walchstadt – Christine Polz begrüßt in ihrem 60 Quadratmeter großen Reich täglich bis zu 100 Kunden und glaubt an die Zukunft.

Gartenstuhl, Strohhut und Blumenkästen mit Lavendel. Rosemarie Polz dekoriert gerne die Schaufenster ihres Gemischtwarenladens im Zentrum Walchstadts, schließlich ist sie gelernte Dekorateurin. Seit 62 Jahren gibt es ihren Dorfladen. Tritt man ein in ihr 60 Quadratmeter großes Reich, kann man in die Wohnküche und über den Garten hinaus bis auf den See schauen. Für den Garten aber bleibt der Ladeninhaberin kaum Zeit. Das Geschäft hält sie auf Trab, zwei Mal wöchentlich muss sie die Bestellungen an ihre Lieferanten durchgeben, allein dafür braucht sie schon jeweils einen Abend Ruhe. 

Rosemarie Polz ist in das Geschäft hineingewachsen

Ihr Sortiment schätzt sie auf über 2000 Artikel, angefangen von Tierfutter über Kosmetikartikel bis zu den Panini-Fußballbildchen, mit denen die Jungs aus dem Dorf ihre Sammelheftchen vervollständigen. „Man muss schon auf Draht sein, um überleben zu können“, weiß die Ladeninhaberin, die das Geschäft von ihrer Schwiegermutter Christine Polz übernommen hat. „Eine gute Lehrmeisterin“ sei sie gewesen, schließlich habe sie den Laden aufgebaut und 40 Jahre lang zu dem gemacht, was er heute ist: Lebensmittelpunkt der Walchstadter, die sich gerne hier auf einen Schwatz treffen.

Christine Polz kam als Kriegsflüchtling nach Walchstadt, hat in eine alteingesessene Walchstadter Familie eingeheiratet und mit ihrem Mann Georg Polz, der am Schlossbauernhof gearbeitet hat, das Haus am Seeufer gebaut, in dem sich verwirklichen ließ, was für viele Frauen auch heute noch wichtig ist, nämlich Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Hinter der Ladentheke geht es gleich in den Wohnbereich, Küche und Geschäft liegen nur einen Flur breit auseinander. Immer haben alle Familienmitglieder mit angepackt, wenn die Arbeit überhand nahm, die Tanten bekochten die Kinder, wenn die Kundschaft im Laden stand, die Kinder halfen beim Einräumen der Regale. Rosemarie Polz ist in das Geschäft hineingewachsen. Auch sie half schon als junge Frau ihrer Schwiegermutter aus und stieg dann gerne in das Geschäft ein.

Polz schnippelt einmal pro Woche 25 Kilo Obst für Schüler

Aus jahrzehntelanger Erfahrung weiß sie, was im Ort gebraucht wird. 50 bis 100 Kunden hat sie täglich, „sehr gute Stammkunden“, wie sie sagt, „die den Laden schätzen, weil er persönlich ist“. Gerade die jungen Familien kaufen gerne bei ihr ein, denn „bei uns ist es oft sehr lustig im Geschäft“, strahlt Rosemarie Polz. „Aber man muss schon am Ball bleiben.“ Sie ist flexibel und erkennt die neuesten Trends. Jetzt hat sie sogar einige vegane Produkte in ihr Sortiment aufgenommen. Ihre Zulieferer kommen aus der Region. Obst und Gemüse bezieht sie bei einem Großhändler in Breitbrunn, Backwaren kommen täglich frisch von Julian Kasprowicz, dem Bäcker aus Kerschlach, dazu gibt es das Unser-Land-Sortiment aus dem Landkreis.

Rosemarie Polz hat viel Spaß an ihrem kleinen Geschäft, ist zufrieden und beschäftigt sogar zwei Teilzeitkräfte. Sie ist überzeugt davon, dass es für Dorfläden wieder besser wird, denn „die Kunden haben sich verändert“. Ihre Kunden sind schon immer Könige. Bei Bedarf wird sogar angeliefert und einmal wöchentlich stellt sich die Chefin in die Küche und schnippelt 25 Kilogramm Obst in mundgerechte Stücke: für die Schulkinder. Denn Rosemarie Polz nimmt am „Schulfruchtprogramm“ teil, ein EU gefördertes Projekt zur Förderung gesunder Ernährung. Daneben engagiert sie sich auch im Verein „Walchstadt hilft“, der Spendengelder für krebskranke Kinder sammelt. Dafür rührt sie in ihrem Laden als Gründungsmitglied ständig die Werbetrommel.

Von Astrid Amelungse-Kurth

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