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Eine ganz eigene Performance: Künstlerin Rita de Muynk demonstriert, wie es sich anfühlt, in einem Schwarzen Loch zu verschwinden.

Ausstellung in der Grafischen Kunstanstalt Huber

Im hypnotischen Wirbel des Heimatvereins

Dießen – Noch bis 14. August läuft die Ausstellung "Das Schwarze Loch" in der Grafischen Kunstanstalt Huber, im Taubenturm und im Traidtcasten in Dießen. 

Mit der „Das Schwarze Loch“ zeigte der Heimatverein Dießen am vergangenen Wochenende einmal mehr, wofür er steht. Initiator der Schau, die noch bis zum 14. August in der Grafischen Kunstanstalt Huber, im Taubenturm und im Traidtcasten zu sehen ist, ist der Fotograf, Grafiker und 2. Vorsitzende des Vereins, Jörg Kranzfelder. Mit seinen Arbeiten möchte er „eine andere Sicht auf normale Dinge“ eröffnen. Das gelingt ihm, indem er – wie schon einmal vor Jahren mit dem „Blauen Haus“ geschehen – ein eigentlich abbruchreifes Haus durch Kunst neu belebt wird. Und ähnlich wie die schwarzen Löcher der Atmosphäre scheint auch der Heimatverein über eine besondere Anziehungskraft auf Künstler zu verfügen. 

Allerdings werden diejenigen, die sich dem Verein nähern, nicht restlos verschluckt, sondern sie erhalten eine angemessene Plattform. 20 Maler, Bildhauer und Performance-Künstler beteiligen sich dieses Mal. Annähernd so geheimnisvoll wie das astronomische Phänomen der schwarzen Löcher, wirken die stillgelegten Produktionsflächen der Grafischen Druckanstalt Huber, zu denen die Gemeinde als Verwalterin des Gebäudes den Künstlern Zutritt gewährte. In der Druckerei, die seit 2003 leer steht, scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Vergangenheit, Gegenwart und moderne Kunst verschmelzen auf geheimnisvolle Weise zu einer ganz eigenen Atmosphäre. 

Zentrales Objekt im Raum: Ein kreisrundes Brett

Im Erdgeschoss begegnet der Besucher unter anderem einer Arbeit von Ben Goosens. Sein Video „Cosmic Vortex“ lenkt den Blick weit hinaus. Ein hypnotischer Wirbel. Während man moderne Installationen, Videos, Fotografie, Malerei, Zeichnung, Skulptur und Performance auf sich wirken lässt, stapeln sich in Ecken und Winkeln die Hinterlassenschaften der früheren Nutzungsgeschichte, vergammelter Bürobedarf, kaputte Werkzeuge oder einfach nur Müll, der von den Ausstellungsmachern mit rotweißen Absperrbändern und der Aufschrift „Achtung! Weltraumschrott unbekannter Herkunft“ versehen wurde. Eine ganz eigene Performance. Zu den zentralen Arbeiten, die im Taubenturm zu sehen sind, gehört auch die „geostationäre Raumfahrt“ von Hans Olsen. Zwischen räumlich-visueller und zeitlich-akustischer Regelmäßigkeit schafft Olsens Installation eine irritierend und zugleich elegant kühl gestaltete Erfahrungsmöglichkeit. 

Das zentrale, den Raum bestimmende Objekt der Arbeit ist ein kreisrundes Bett. Es funktioniert als drehender Zeiger, der die Umlaufbahnen der Himmelskörper über den Köpfen erfahrbar werden lässt. Ob man sich im Bett liegend auf die Spuren eines Satelliten, des Mondes oder der Venus heften möchte, ist frei wählbar. Im Traidtcasten ist „Das Schwarze Loch“ auch in der Gestaltungsvariante der Künstlerin Rita De Muynck zu sehen, das aus einer riesigen, mit Weltraumfarbe bemalten Baumscheibe gestaltet wurde. Es korrespondiert mit einer Bildtafel, auf der geschrieben steht: „Jedes Geschöpf sondert seine eigene Leere ab/ die im Weltall dunkle Materie bildet, bis dieses vollgerotzt ist.“ Die Ausstellung ist noch Freitag, Samstag und Sonntag, 12. bis 14. August, jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Ursula Nagl

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