Symbolbild

Magic Lake Festival

Bohns Vision für Dießen

Dießen - In Deutschland gebe es zirka 20 Kultfestivals, wo man sich trifft – Dießen soll Nummer 21 sein. So schwebt es dem Dießener Filmemacher Tom Bohn und seinem Geschäftspartner Jürgen Fahrenholtz vor.

„Dießen soll es sein, Dießen ist ein guter Standort“, warben Tom Bohn und Jürgen Fahrenholtz am Montag im Dießener Gemeinderat. Die Runde ließ sich ohne Ausnahme von der Begeisterung anstecken und stimmte dem Konzept zu.

Der Filmemacher Bohn, selbst aus Dießen, und der Landsberger Manager Fahrenholtz sind Festival-erfahren – seit vier Jahren veranstalten sie in der Kreisstadt Landsberg das Snowdance-Filmfestival. Mit Film soll dieses Festival, das sie in Dießen auf die Beine stellen wollen, aber nichts zu tun. Die einzige Gemeinsamkeit wäre, dass beide Großveranstaltungen unabhängig sind. In Landsberg gibt es keine Förderung, „das lehnen wir ab“, und auch in Dießen wollen Bohn und Fahrenholtz die Finanzierung nicht von Zuschüssen abhängig machen. „Wir wollen zeigen, dass es auch ohne staatliche Unterstützung geht. Deshalb werden wir Eintritt nehmen“, erklärte Bohn. Und damit es sich rechnet, schweben beiden an zweieinhalb Veranstaltungstagen wenigstens 10 000 Besucher vor.

„Tanzen, essen, lieben und Spaß“ heißt es in der Definition von Bohns und Fahrenholtz’ „Let’s get together“. „Nichts ist in Stein gemeißelt“, verspricht der Filmemacher. „Wir wollen die Bevölkerung mit einbeziehen, sonst hat ein Festival keinen Erfolg.“ Für den Wahl-Dießener ist es eine Vision, eine Vison für den Ort, in dem er offensichtlich gerne lebt und sich mit seiner Familie wohlfühlt. Seine Frau Julia, ehemalige Regieassistentin, ist als Yogalehrerin ebenfalls im Boot. „Julia soll die spirituelle und kreative Szene in Dießen mitnehmen“, erklärte er. Sie soll Anlaufstelle sein, für alle, die etwas zu dem Festival beisteuern wollen. Einzig der gastronomische Bereich ist mit dem Wirt vom „va béne“ und so genannten Foodtrucks fest besetzt.

„Wer mit dem Töpfermarkt klarkommt“, sagte Bohn in die Ratsrunde, „wird mit Magic Lake kein Problem haben.“ Es sei eine Herausforderung und „vielleicht auch eine Belastung“, räumte der Dießener ein. Die Frage sei, ob die Gemeinde dafür bereit ist.

Als Tourismusreferentin freute sich Hanni Baur (SPD) besonders über eine „ehrliche“ Einschätzung. „Ich seh’ das als Tollwood in Dießen. Ich würde das begrüßen.“ Mit einer professionellen Organisation auch Sicherheit und Reinigung betreffend dürfte dem Vorhaben selbst eine stehen gebliebene Flasche Bier in Nachbars Garten nicht das Genick brechen. Dieses Beispiel hatte Stephan Wilkening (Grüne) in Erinnerung. Damals war nach diesem Vorfall im Jugendtreff Alkoholverbot ausgesprochen worden. „So ist das hier“, meinte er. Aber die Bedenken wollte heute niemand mehr teilen.

Stattfinden soll alles auf dem Festplatz am See. Mit einer Bühne, die zum See ausgerichtet ist, damit es auch mal länger laut sein kann. Schwierigkeiten könnte es noch mit dem Augsburger Segelclub geben, der am letzten Ferienwochenende, an dem das Festival stattfinden soll, immer eine Regatta hat. Der Gemeinderat gab trotzdem grünes Licht. Nun sind die Veranstalter am Zuge. Aber wer will am Erfolg zweifeln? Ohne dass das Festival überhaupt stattgefunden hat, hat Bohn bereits Zusagen vorzuweisen: Banana Fishbones, Django 3000 und DJane Marusha würden 2017 dabei sein, LaBrass Banda 2018, „und 2019 die Rolling Stones“, feixte Bohn.

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