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Große Trauer und Wut: Über den tödlichen Schuss auf Jürgen Bergbauer vor 30 Jahren und die Geschehnisse der folgenden Tage berichtete der Starnberger Merkur.

Gedenken an Jürgen Bergbauers Tod

Polizist erschoss 14-Jährigen vor 30 Jahren

Gauting - Jürgen Bergbauer wurde am Mittwoch vor 30 Jahren erschossen. Die Kugel kam aus der Waffe eines Polizisten. Der Vorfall erschütterte ganz Gauting. Es kam zu turbulenten Szenen zwischen Jugendlichen und Polizisten.

„Jürgen, 14 Jahre alt – Killed by Police.“ Ein selbstgemaltes Plakat hängt an der Hauswand des Jugendzentrums in Gauting. Vor dem Haus wird eine schwarze Fahne gehisst, Jugendliche ziehen an ihr vorbei, in den Händen halten sie brennende Kerzen. Damit bekunden sie ihr Mitgefühl, aber auch ihre Wut über den Tod von Jürgen Bergbauer. Der Fall erschüttert den Ort. Er jährt sich heute das 30. Mal. Der Jugendliche wurde in der Nacht zum 20. März 1983 von einem Polizisten erschossen.

Seit dem schrecklichen Tod des 14-jährigen Gautingers sind zwar drei Jahrzehnte vergangenen, dennoch ist Jürgen Bergbauer nicht vergessen. Anlässlich seines Todestages findet am kommenden Samstag, 23. März, ab 15 Uhr vor dem Gautinger Jugendzentrum eine Trauerfeier statt. An dem Ort, an dem der Hauptschüler damals erschossen wurde.

"Die Situation nach Jürgens Tod war unglaublich"

„Die Situation nach Jürgens Tod war unglaublich“, erinnert sich Erik Berthold, ein damals 18-jähriger Freund des Gautingers. „Die Jugendlichen hatten nach der Tat einen großen Hass auf Polizisten. Es gab zu dieser Zeit viele Schlägereien. Manchmal wurden sogar Flaschen nach Beamten geworfen.“

Wie konnte es soweit kommen? Warum wurde der Schüler erschossen?

Wie der Starnberger Merkur damals berichtete, war Jürgen mit ein paar Freunden auf einer Party. Es wurde Alkohol getrunken. Gegen Mitternacht wurde er von einem Freund nach Hause gefahren. Warum Jürgen nicht ins Haus ging, darüber kann auch heute noch nur spekuliert werden. Stattdessen lief er zum nah gelegenen Jugendzentrum – vermutlich, um dort die Nacht zu verbringen.

Was weiter geschah, dafür gab es keine Zeugen

Was Jürgen aber nicht wusste: Aufgrund einer andauernden Einbruchserie in Gauting waren in dieser Nacht zum Sonntag drei Polizeibeamte in der Umgebung unterwegs. Sie sollten die Gegend beobachten. Einer sah wie ein Jugendlicher eine Telefonzelle verließ und in den Hof des Jugendzentrums lief. Kurz darauf klirrte ein Fenster. Weiter hieß es in der damaligen Presseerklärung der Polizei: „Als die Beamten das Jugendzentrum erreicht hatten, teilten sie sich und liefen getrennt um das Gebäude.“ Was weiter geschah, dafür gab es in der Mitteilung der Beamten keine Zeugen. Sicher ist, dass zwei Polizisten um 0.49 Uhr drei Schüsse hörten. Als der Notarztwagen acht Minuten später eintraf, war Jürgen bereits tot. Eine Kugel hatte ihn am Kopf getroffen. Den tödlichen Schuss hatte ein Polizeiobermeister abgefeuert. Der erhielt später eine Bewährungsstrafe.

Die Reaktion der Bürger auf Jürgens Tod war gewaltig. Freunde, Mitschüler, Bekannte und viele mehr versammelten sich noch am Sonntag zu einem Trauermarsch. Einer von ihnen war Erik Berthold. Er organisiert auch die Gedenkfeier am Samstag. An das Geschehene zu erinnern, sei ihm wichtig.

Vor 30 Jahren wurde vor dem Jugendzentrum ein Baum gepflanzt. Er soll an den Tod von Jürgen Bergbauer erinnern – er steht noch heute.

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