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Altes richtig in Szene setzen: Angela Spieß will für ihren Kunden beim Internet-Verkauf möglichst viel herausholen. 

Geschäftsidee

Aus dem Würmtal in die ganze Welt

Krailling - Was vor fünf Jahren noch eine unsichere Idee war, ist inzwischen etabliert: die reale Annahmestelle für virtuelle Auktionen. Der Kraillinger Würmtalshop verkauft für seine Kunden Aussortiertes im Internet.

Der Würmtalshop läuft richtig gut, berichten Angela und Karl Spieß. Für ihre Kunden kümmern sie sich darum, dass nicht mehr benötigte Gegenstände möglichst gut übers Internet zu Geld gemacht werden können. „Es steckt viel mehr Arbeit drin, als man von außen her meint“, sagt Karl Spieß. Der Gegenstand müsse fotografiert und beschrieben werden, gleichzeitig müsse man für Rückfragen erreichbar sein. Und es brauche es einen großen Fundus an Verpackungs- und Dämmmaterial: „Wer mal etwas übers Internet verkauft, findet wohl einen Karton, aber bei uns muss das inzwischen professioneller gehen.“

Denn mittlerweile vergehe kaum noch eine Woche, in der nichts vorbeigebracht werde. „Die Auftraggeber sind keineswegs nur Senioren mit Internet-Scheu“, sagt Karl Spieß. Genauso gebe es junge Leute, die schlicht zu wenig Zeit hätten. Oder die sich überfordert fühlten, wenn beispielsweise eine überraschende Wohnungsauflösung geleistet werden müsse.

Die Kundschaft kommt überwiegend aus der Nähe, der Verkauf geht in alle Welt. „Eine seltene Trompete fand einen Abnehmer in Brasilien, und ein Zeiss-Fernrohr ging bis nach China“, berichtet Karl Spieß.

Angenommen werde im Würmtalshop quasi alles – vom Gartenstuhl über die Designer-Tasche und den Modelleisenbahn-Wagen bis zur gepflegten Rotwein-Sammlung. „Antiquitäten machen am meisten Spaß, aber da muss man sich auch wirklich über die Epoche kundig machen, denn oft ist eine bestimmte Serie oder Machart besonders selten oder gefragt.“ Hier wirke es sich positiv aus, dass Angela Spieß Geschichte und Archäologie studiert habe, während er selber „von der technischen Ecke“ komme, sagt Karl Spieß. Bei solchen Objekten stelle er bei Auktionen im Internet einen Mindestpreis. Je nach Internet-Erlös behält der Würmtalshop 33 bis 50 Prozent der Einnahme als Provision. Diskretion über die Herkunft der Gegenstände ist garantiert.

Begonnen hat alles nebenbei, mit dem Verkauf von Sachen aus der eigenen Familie. „Dann haben uns Freunde angeregt, das weiter zu machen.“ Inzwischen sei der Würmtalshop als Gewerbe angemeldet und seine Frau kümmere sich in Vollzeit darum.

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