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Schnorcheln im Sommerbad: Die Tauchschule Seaworld zeigte wie's geht.

Jubiläumsgäste werden auch von oben nass

Gauting - Petrus hatte am Sonntagnachmittag doch noch Erbarmen: Kurz vor der Festrede von Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger zur 50-Jahr-Feier des Gautinger Sommerbads hörte es auf zu regnen.

Das erste öffentliche Bad im Würmtal steht in Gauting: In einer Fotostrecke im überdachten Eingangsbereich des Sommerbads erinnert Gemeinde-Archivarin Regine Hilpert-Greger an die Ursprünge. Bei einem Bauvorhaben 1936 wurde vermutlich das allererste öffentliche Bad in Gauting entdeckt. Die ganzjährig nutzbare römerzeitliche Therme mit Hypocaustum (Heißluft-Heizung) wurde im ersten oder zweiten Jahrhundert nach Christus errichtet. Dieses schon zweimal überbaute und leider zerstörte Stein-Badehaus mit Caldarien (Warmbädern) und vorspringender Wannen-Apsis lag an der römerzeitlichen Bodensee-Trasse (jetzt Reismühler Straße) – in unmittelbarster Nähe des heutigen Würmbads, berichtet Gymnasialprofessor Wolfgang Krämer in der „Geschichte der Gemeinde Gauting.“

Im 20. Jahrhundert starteten in Gauting die Flussbäder-Betriebe mit Holzkabinen, belegt die Gemeinde-Archivarin mit Schwarz-Weiß-Fotos. Eines gab es am Baderhof, dem heutigen Grillgelände, das gerade neu bebaut wird. Am 29. Juni 1966, erinnert die Rathauschefin, war es dann soweit: Mit Bürgermeister Josef Cischeck weihten die Ortsgeistlichen das neue Lehrschwimmbecken ein.

„Ab kommendem Freitag bis 3. September ist das große Becken im Freibad gesperrt“, schrieb Klaus Joachim Greiner im ausgestellten Zeitungs-Ausschnitt des Münchner Merkur vom 21. Juli 1972. Grund: Gauting war Trainingsstätte für die Olympischen Spiele in München 1972. Doch diese Unannehmlichkeiten nahmen die Bürger gerne hin. Schließlich zahlte die Gemeinde fürs beheizte, eine Million Mark teure Trainingsbecken lediglich 80 000 Mark, schrieb damals Greiner.

Zum 50. Geburtstagsfest tröpfeln die Besucher anfangs nur spärlich ins Sommerbad. Ganz neue Perspektive im fast leeren Sportbecken: Der Ex-Olympionik Steffen Pilz lehrt dort Stand-Up-Paddling. Stefan Milla aus Stockdorf steht auf Anhieb wie eine Eins auf dem Brett. Im abgesperrten Bereich beim Sprungturm unterrichtet Otto von Löwenstein, Eigentümer der Stockdorfer Taucherschule Seaworld, Zehn- bis 99-Jährige. Leni Riefenstahl, Hitlers Dokumentar-Regisseurin der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin, „tauchte noch mit 100 Jahren“, weiß von Löwenstein. Auch für korpulente oder behinderte Menschen eigne sich diese Sportart mit schwereloser dreidimensionaler Bewegung. Am Vormittag hatte eine Frau mit Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) das Tauchen ausprobiert – mit Erfolg. Auch Kinder waren mit Feuereifer dabei: Doch weil schon wieder kühler Regen einsetzte, wärmten sich die Kleinen im Heißsprudelbecken.

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