Blumen für die Organisatoren: Bürgermeister Bernhard Sontheim (2.v.l.) dankte Mechtild Schoenberger, Karin Bergfeld und Claudia Sack (v.l.). Foto: Andrea Jaksch

900 Jahre Geschichte

45 Gebäude stehen für Feldafings Schönheit

Feldafing - Mit einer besonderen Ausstellung startet Feldafing in die Wochen, in denen der Ort am Starnberger See sein 900-Jähriges feiert.

Fantastischer Auftakt für die 900-Jahr-Feierlichkeiten in Feldafing: Dichtes Gedränge am Mittwochabend bei der Eröffnung der Ausstellung des Kunst-und Museumsvereins, die alte und neue Architektur in Feldafing mit hervorragendem Bildmaterial, Architekturzeichnungen und kurzen, informativen Texten auf grafisch gelungenen Schautafeln (Gestaltung durch die Architekten und Mechtild Friedrich Schoenberger) vorstellt.

Konzipiert und finanziert wurde die Schau vom Kunst-und Museumsverein in Zusammenarbeit mit dem Wessobrunner Kreis. Die Kosten von 20 000 Euro wurden aus eigenen Mitteln, Fördergeldern – 5000 Euro kamen von der Gemeinde – und Spenden aufgebracht. Nachdem Claudia Sack und Karin Bergfeld vor drei Jahren eine ähnliche Ausstellung in Münsing besucht hatten, wollten sie auch in Feldafing „ein Zeichen setzen, wie gute Architektur gelingen kann“.

Die Seegemeinde ist gesegnet mit einem Reichtum herausragender privater und öffentlicher Gebäude. So hatte das Team immens viel Arbeit bei der Auswahl der 45 Gebäude. Privatleute mussten für das Vorhaben begeistert werden, Pläne wurden ausgegraben, zusätzliche Fotos gemacht. Es wurden zahlreiche Fachleute hinzugezogen, die bei der Beurteilung der Architekturen ehrenamtlich zur Seite standen. Das Mammutprojekt gelang nur innerhalb eines Jahres – eine enorme Leistung des Vereins.

Die Arbeit hat sich gelohnt. Die Ausstellung ist eine „Bestandsaufnahme, die in die Vergangenheit leuchtet“, so Petra Hemmelrath in ihrer Begrüßung, und bestens geeignet, für den Erhalt der kulturell wertvollen Gebäude eine Lanze zu brechen. Sie appellierte an die Gemeinde, sorgsam mit künftigen städtebaulichen Planungen umzugehen. Nicht umsonst steht wie ein Mahnmal eine Tafel der hübschen Villa Gerber gleich im Eingangsbereich. Deren Abriss wurde erst dieser Tage genehmigt. Kreisheimatpfleger Gerhard Schober bat, das nochmals zu überdenken.

Das Positive überwiegt jedoch. Dokumentationen vorbildhafter Sanierungen, wie der Villa Carl oder der Villa Pemsel, ästhetisch gelungene Um- und Neubauten, mutige, auch durch reduzierte Formensprache provozierende moderne Architektur, wie das schwarze Haus am Moor werden übersichtlich und klar strukturiert vorgestellt. Die Ausstellung ist in Themenkomplexe wie Renovierung/Erhalt, Neubauten ab 2000, öffentliche Nutzung gegliedert. Mehrere Tafeln sind dem Hotel Kaiserin Elisabeth gewidmet. Man findet einen Wirtschaftsbetrieb oder auch den Gemeindekindergarten. Sonderthemen wie das Casino auf der Roseninsel oder das Strandbad mit seinen Umkleidekabinen aus den 1920er Jahren runden die Auswahl ab. „Diese Ausstellung wird Schule machen“, ist sich Stadtplaner Hartmut Schließer sicher. Er ist für den städtebaulichen Rahmenplan Feldafings verantwortlich.

Die Ausstellung „Alte und neue Architektur in Feldafing“ ist bis 30. Juni im Bürgersaal zu den Geschäftszeiten des Rathauses zu sehen. Zur Finissage ist ein Diskussionsabend mit Architekten vorgesehen. Karin Bergfeld bietet Führungen, auch für Schulklassen, an. Dazu ist ein farbiger Katalog erschienen (10 Euro). (ak)

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