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Engagierte Laiendarsteller: Andrea Fendt (Magd), Markus Verrecchia (Knecht) und Helmut Bauer (Bartl, v.l.).

Zwerchfellerschütternder Streit ums liebe Geld

Gilching - Wenn es um Geld geht, wird so manche(r) zur Bestie – und bei der Premiere der Guichinga Dorfbühne schlugen die Laiendarsteller sich zum Vergnügen des Publikums köstlich ums Geld.

Schuld war der kürzlich verstorbene Jochenbauer, der mit diebischem Vergnügen noch aus dem Grab heraus die potentiellen Erben seines beträchtlichen Vermögens an der Nase herumführte. Die damit einhergehenden Irrungen und Verwirrungen spielten die Schauspieler im Gasthof Widmann im Stück „Der ewige Spitzbua “ vor den begeisterten Gästen gekonnt aus.

Gewohnt unterhaltsam stimmte Helmut Bauer den vollbesetzten Saal auf den Dreiakter von Anton Maly und Toni Gerlin ein. Stückeschreiber hielten sich in Sachen Zeitangaben gerne bedeckt, erklärte er. „Da steht sowas wie es spuit in der guten oiden Zeit.“ Wann aber ist das? In der aufgeführten ländlichen Komödie sei das einfach: „Sieben Tage nach dem Tod des Jochenbauern.“ Schon hatte er die ersten Lacher auf seiner Seite.

Der Vorhang glitt auseinander und präsentierte dem Publikum eine liebevoll und zeitlich ans Stück gezimmerte Kulisse. Der grüne Kachelofen von Markus Verrecchia in der guten Stube, die handgenähten Vorhänge, der rustikale Holztisch und natürlich die in bäuerlicher Tracht gekleideten Darsteller, die über einem Schreiben des Verstorbenen brüteten. Konzentriert stopfte Magd Midei (Andrea Fendt) dabei Strümpfe, Altknecht Flori (Markus Verrecchia ) lehnte sich neugierig und mit nicht zu übersehendem Schalk über den Brief, den Wirtschafter Bartl (Helmut Bauer) scheinbar verwirrt noch einmal vorlas. Hier stand, dass „drei Weibsbilder“ ebenfalls einen Brief kriegen sollten – was wiederum den drei Damen das Alleinerbe vorgaukelte, von denen eine nach der anderen den Schauplatz betraten: Forsch, herrisch und prüde, was die Schauspielerinnen mit kleinen und großen Gesten und stimmlichen Feinheiten wunderbar unterstrichen.

Katharina (Christa Walter), die sich schon als künftige Hofbesitzerin sah und Befehle bellte. Am Taschentuch knetend war Ulrike Rattay mit Leib und Seele Jungfrau Anastasia, riss entsetzt die Augen auf oder warf die Hand vor den Mund, wenn der etwas derbe Alltag auf dem Bauernhof sie überforderte. Im Stechschritt betrat die sechsfache Mutter Margarethe (Silvia Härtl , die auch Regie führte) die Bühne und organisierte flugs das Alleinerbe. Wäre da nicht Knecht Flori , der die Drei listig mit Unwahrheiten anstachelte und die aufdringlichen Weibsbilder in Folge Jagd auf den Bartl machten.

Immer wieder bekam das Ensemble Szenenapplaus dafür, dass es die Besucher ebenso formvollendet an der Nase herumführte wie der Verstorbene die potenziellen Erben.

Weitere Aufführungen im Gasthof Widmann sind am Freitag und Samstag, 18./19. November, sowie Freitag und Samstag, 25./26. November. Beginn: 20 Uhr. Einlass 18 Uhr. Kartenvorbestellungen ab 16 Uhr unter z 01 60 7 20 90 23.

Bilder: Zwerchfellerschütternder Streit ums liebe Geld

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