Schock am Morgen: Mit diesem Schreiben erfuhren Laden- und Lokalinhaber von den Vorgängen in der Nacht. F.: Polizei

Fünf Einbrüche auf einen Streich

Gilching - Die Bäckerei Reis im Gewerbegebiet Gilching Süd ist von Einbrechern heimgesucht worden -  nicht zum ersten Mal. Die Täter hatten noch vier andere Geschäfte im Visier.

Bäckerei-Inhaber Nikolaus Reis ist sauer. „2014, 2015, 2016 - jedes Jahr“, sagt er. Vergangenes Jahr haben die Einbrecher das Kleingeld dagelassen und nur die Scheine mitgenommen. Diesmal haben sie das Trinkgeld der Mitarbeiterinnen, das offen in Bechern dastand, zurückgelassen. Wert der Beute aus dem geknackten Tresor: rund 2500 Euro.

Der oder die Einbrecher hatten insgesamt fünf Geschäfte im Visier: Neben der Bäckerei auch die Pizzeria, den Vietnamesen, den Tabak- und Schreibwarenhandel und den Friseur. Die fünf liegen nebeneinander, die Täter versuchten, von der Rückseite her einzudringen. Das hat offenbar durchaus Zeit beansprucht, wie der stellvertretende Germeringer Polizeichef Andreas Ruch sagt. „Offenbar haben sie das Entdeckungsrisiko als gering erachtet.“ Einsehbar ist die Rückseite der Ladenzeile von der Staatsstraße aus nicht.

Reis hatte vergangenes Jahr eigens einen Scheinwerfer mit Bewegungsmelder installieren lassen. „Das hat offenbar niemand abgeschreckt. Vielleicht sagten sie sich: Jetzt sehen wir wenigsten richtig gut“, stellt er mit sarkastischem Unterton fest.

Die Täter schlugen Scheiben ein, um in die Räume zu gelangen. Erfolgreich waren sie aber nur bei Reis. Dort fanden sie in der Toilette einen Tresor, brachen ihn mit Gewalt auf und nahmen die Tageseinnahmen mit. Den Sachschaden beziffert die Polizei auf mehrere tausend Euro. Ein neuer Tresor kostet laut Nikolas Reis rund 200 Euro. „Letztes Jahr haben sie den Tresor aus der Wand herausgerissen.“ An der Praxis, Einnahmen im Tresor zu lagern, kann er kaum etwas ändern: „Wir haben zehn Niederlassungen, die können wir ja nicht jeden Abend anfahren.“

Die Tat passierte in der Zeit zwischen Donnerstagabend, 21 Uhr, und Freitagfrüh, 4 Uhr, als ein Lieferant die Scherben entdeckte. Die Polizei ist sich nicht ganz sicher, ob Profis am Werk waren. „Es ist nicht so professionell, eine Scheibe einzuschlagen und dann nicht ins Gebäude zu gelangen“, sagt Ruch. „Aber: Sie haben es geschafft, den Tresor aufzubrechen.“

Fünf Ladenlokale in einer Nacht sind laut Ruch kein Einzelfall. „Das ist nicht außergewöhnlich, vor allem nicht, wenn sie so zusammenhängen wie in diesem Fall.“ Die fünf Geschäfte sind in einem Gebäudekomplex untergebracht.

Die Beamten sichten nun die wenigen Spuren, die am Tatort zu finden waren. Wer Hinweise geben kann: Telefon (089) 884 15 70.

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