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Hoch her ging es in einem Drogenprozess.

Aus dem Gerichtssaal

Gefesselt vor dem Richter

Gilching – Bei einem Drogenprozess wird ein Angeklagter aus Gilching im Gerichtssaal ausfällig.

Oliver Ottmann ist ein erfahrener Richter, der in der Regel mit allen Angeklagten zurecht kommt. Gestern aber, in einem Drogenprozess vor dem Landgericht München II, sagte er: „ Ich bin mit meinem Latein am Ende.“ Ein hochnervöser Drogendealer, aggressiv bis unter die Haarspitzen, ständig auf Krawall gebürstet, wippte ununterbrochen vor sich hin, scharrte mit den Füßen den eh’ schon alten und abgenutzten Teppichboden im Gerichtssaal auf. Er schrie den Richter an, duzte ihn, ließ sich von dessen lautstarken Zurechtweisungen nicht beeindrucken, bis die Zahl der Wachtmeister verdoppelt und ein Bauchgurt zur Fixierung angeschleppt wurde. Der eigentlich Sachverhalt rückte in den Hintergrund. 

Angeklagter zu Richter: "Ich bin kein Hund"

Dabei ging es um Drogenhandel im größeren Stil und falsche Verdächtigung eines erst 16-jährigen Abnehmers, der daraufhin in Untersuchungshaft landete. Tatort war eine Wohnung in Gilching. Dort wohnte der Altenpfleger (25) mit Frau und deren Kindern. Wenn die Kleinen aus dem Haus warfen, will der 25-Jährige massiv konsumiert haben. Eine Pause legte er nur während der Arbeit ein – oder auch nicht? Die Wahrheit an der ganzen Geschichte schwankte mit der ständig kippenden Laune des Angeklagten. Dem Altenpfleger wurde vorgeworfen, Haschisch in 100 Gramm-Chargen verkauft und damit ordentlich Geld gemacht zu haben. 

Das brauchte er angeblich, um seinen Konsum zu finanzieren. Vor Gericht behauptete er, quasi alles selber konsumiert und nur wenige Gramm sporadisch verkauft zu haben. Das Gericht gewann nicht den Eindruck, dass seine Aussage stimmte. Freundlich wies ihn der Vorsitzende daraufhin. Doch mit solch feinsinnigen Ansprachen konnte der Angeklagte gar nichts anfangen. „Ich habe keinen Bock mehr, ich will ins Gefängnis zurück“, schrie er und sprang auf. „Platz“, brüllte der Richter zurück. „Ich bin kein Hund“, protestierte der 25-Jährige. Sein Verhalten begründete er mit Medikamenten-Entzug. Von der Haftanstalt hatte er nicht ausreichend Tabletten bekommen. Allein der Gedanke machte ihn furchtbar wütend. Der Richter orderte daraufhin mit Hilfe des psychiatrischen Sachverständigen neue Tabletten an. 

Angeklagte über Mediziner: "Ich finde den extrem unsymphatisch"

Den Mediziner konnte der Angeklagte auch gar nicht ausstehen. „Ich finde den extrem unsymphatisch“, nörgelte er und sagte: „Ich will mit dem Kerl nicht reden.“ Während seine Mutter (47) als Zeugin aussagte, lag er schluchzend mit dem Kopf auf dem Tisch. Die 47-Jährige, die anfangs noch mit den Tränen gekämpft hatte, rang später um die Wahrheit . Offenbar hatte ihr Sohn auch einmal weniger geraucht und getrunken, später aber extrem Alkohol konsumiert. Der Prozess dauert an

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