Schafe gegen Hochwasser

Gilching - Schafe als Hochwasserschutz: Das Gilchinger Bauamt hofft, dass das Getrampel der Tiere die Wühlmäuse im Aubach-Damm vertreibt.

Schafe als Hochwasserschutz: Das soll in Gilching funktionieren. Vor rund 15 Jahren überschwemmt der kleine Aubach im Gilchinger Altdorf das Neubaugebiet am Reßweg. Dies war Anlass, oberhalb des Steinbergs ein Rückhaltebecken zu bauen. Nun ist der Damm durch Wühlmäuse gefährdet, droht einzubrechen. Schafe sollen es richten.

Die Flächen rund um den Aubach unterhalb des Steinbergs standen von Anfang an als Baugebiet wegen Überschwemmungsgefahr in der Kritik. Die Rohbauten standen bereits, als Dauerregen zu der befürchteten Katastrophe führte: Das Areal stand unter Wasser. Der Gemeinderat beschloss deshalb, oberhalb der Gärtnerei Wurm ein so genanntes Rückhaltebecken zu bauen. Seither ist Ruhe, da der Schieber je nach Bedarf geöffnet bleibt beziehungsweise bei Dauerregen geschlossen werden kann, so dass das Wasser zurückgehalten wird.

Doch irgendwann stellte sich heraus, dass sich auf dem Areal vermehrt Wühlmäuse breitmachen und auf Dauer den Damm, unter dem der Aubach hindurchfließt, aushöhlen. Bricht der Damm, fließt auch das Wasser wieder ungehindert bergab. „Zuerst hatten wir rund um das Auffangbecken Sitzstangen für Greifvögel angebracht und gehofft, dass sie für eine Reduzierung der Wühlmäuse sorgen“, erklärte Alexander Murr vom Gilchinger Bauamt. Da jedoch das Gras meist sehr hoch ist, entgehen die Nager selbst den scharfen Augen des Mäusebussards oder auch des Turmfalken. „Wir hatten dann von einer Untersuchung gehört, dass sich Wühlmäuse durch die Trampelgeräusche der Schafe gestört fühlen und schnellstmöglich das Weite suchen.“

Gelegen kam, dass sich der Familienbetrieb Kaspar in Rottenried seit 1989 auf die Schafzucht spezialisiert hat. Ein weitläufiges Gelände rund um das Rückhaltebecken wurde für die Schafe hergerichtet. „Es sind keine gewöhnlichen Schafe, sondern Coburger Fuchsschafe, eine sehr robuste Landschaftsrasse. Leider waren die Coburger fast schon ausgestorben“, erzählt Wolfgang Kaspar jun. Rund 400 Tiere stehen daheim in Rottenried, geben Milch und Wolle, werden für die Zucht hergenommen und auch geschlachtet. Protest meldete der elfjährige Korbinian Kaspar beim Ausladen der Tiere an, die künftige für Getrampel am Steinberg sorgen. „Mein Lieblingsschaf ist die Susi, und die wird nicht geschlachtet“, versicherte der Nachwuchs-Züchter.

Momentan sind es zehn fünf Monate alte Tiere, die sich meist im Unterholz verstecken. Trotz ihrer dicken Wolle kommen sie mit Hitze zurecht. „Sie stellen sich dann ganz eng zusammen und recken den Kopf nach unten. Dort ist die Luft kühl“, betonte Wolfgang Kaspar sen.

Axel Gebhard vom Bauamt hofft, dass sich die Schafe mehr noch Gewicht anfressen. „Gras ist genügend vorhanden. Je schwerer sie sind, desto lauter ist das Getrampel.“

ph

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