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Treuer Begleiter: Doris Sutor und ihre Dackel-Dame Fipsi.

Lebensgeschichte

Einmal noch auf die Bühne

Gilching - Die Gilchingerin Doris Sutor ist an Multipler Sklerose erkrankt - und gibt die Hoffnung nicht auf. 

Sie war verführerische Geliebte, eifersüchtige Ehefrau und liebevolle Oma. Rollen, mit denen Doris Sutor auf der „Guichinger Dorfbühne“ ihre Zuschauer begeisterte. Doch dies ist lange her. Doris Sutor hat Multiple Sklerose (MS), sie ist auf den Rollstuhl angewiesen und die tägliche Hilfe durch eine Pflegerin. Geschieht nicht noch ein Wunder, wird Doris Sutor nie mehr laufen können.

 „Ich finde es, ehrlich gesagt besch…“, sagt die 56-Jährige. „Da wird man aus einem aktiven Leben herausgerissen, ohne dass man etwas dafür kann. Gerecht ist dies nicht.“ Sie war gerade einmal 32 Jahre alt, beruflich als Mitarbeiterin einer kanadischen Flugzeugfirma auf dem Sonderflughafen Oberpaffenhofen engagiert, sportlich sehr aktiv und in der Freizeit mit Leib und Seele Laienschauspielerin bei der „Guichinger Dorfbühne“, als sich MS ankündigte.

Die Krankheit kam schleichend. Erstes Anzeichen von Multiple Sklerose war eine Entzündung des Sehnervs. Dem ersten Schub folgte nach einigen Jahren Pause der zweite. Von da an ging es gesundheitlich ständig bergab. „Sobald ich Stress hatte, war ich körperlich erschöpft und bekam auch immer wieder neue Schübe. Ich machte zwar weiter wie vorher, doch alles ein bisschen langsamer. Bis es gar nicht mehr ging.“ Das war 1996. Doris Sutor kündigte ihre Arbeit, „die mir sehr viel Spaß gemacht hatte“, und musste auch das Theaterspielen an den Nagel hängen. Seit 2008 ist sie auf den Rollstuhl und eine Rundum-Pflegerin angewiesen, die bei den Sutors im Haus wohnt. „Ob ich mit dem Schicksal hadere? Ja, sehr. Ich war ein Leben lang aktiv und selbstständig und plötzlich kann ich nicht einmal mehr alleine auf die Toilette gehen. Dies kann niemand nachempfinden, der es nicht selbst schon mal erlebt hat.“ Da auch ihre Hände keinerlei Kraft mehr haben, muss selbst die Leine ihrer geliebten Rauhaardackel-Dame Fipsi bei den täglichen Spaziergängen von der Pflegerin gehalten werden. Was Doris Sutor bleibt, sind außer den Ausflügen in die freie Natur das Lesen von Tageszeitungen, Modejournalen, historischer Romane und der Gartenzeitung. „Ich kann zwar selbst nichts mehr im Garten machen, aber anschaffen, das kann ich schon noch.“

Ganz will Doris Sutor die Hoffnung nicht aufgeben. Mithilfe eines Heilpraktikers, regelmäßiger Physio- und Ergotherapie und strenger Gymnastik hofft sie, „wenigstens einmal wieder mit einem Rollator selbstständig gehen zu können. Dies wäre mein Traum“.

 Und noch etwas steht auf ihrer Wunschliste. „Mir hat das Theaterspielen mit der alten Besetzung der Dorfbühne immer sehr viel Spaß gemacht. Da war ja noch unser Bürgermeister Manne Spielleiter.“ Eine Riesen-Gaudi sei besonders das Guichinger Gsangl gewesen, bei dem die heimischen Politiker jedes Jahr dableckt worden seien. „Einmal noch mit meiner alten Mannschaft auf der Bühne stehen, das wäre was“, sagt Doris Sutor dann. „Vielleicht gibt es ja ein Theaterstück, bei dem eine Oma im Rollstuhl sitzt. Geistig bin ich noch sehr fit, so dass ich mir den Rollentext bestimmt merken könnte.“

ph

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