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Symbolbild

Aus dem Gerichtssaal

Testamentsvollstrecker bringt Gilchingerin ums Erbe

Ein Testamentsvollstrecker hat Geld, das er verwalten sollte, selbst eingesteckt. Er hob es von den Konten der Verstorbenen ab – die Erbin sah es bis heute nicht.

Testamentsvollstrecker bringt Frau ums Erbe

Ein Testamentsvollstrecker hat Geld, das er verwalten sollte, selbst eingesteckt. Er hob es von den Konten der Verstorbenen ab – die Erbin sah es bis heute nicht.

Fürstenfeldbruck/Gilching – Wegen Untreue wurde der 62-Jährige gestern vom Brucker Amtsgericht zu einem Jahr und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Um rund 60 000 Euro hat der Brucker eine 69-jährige Gilchingerin gebracht. Das Geld hatte ihr vor sechs Jahren ihre Cousine vermacht, als die 82-Jährig verstorben war. Da auch andere in dem Testament mit Geld- und Grundvermögen bedacht wurden, setzte die Erbengemeinschaft einen Testamentsvollstrecker ein.

Doch statt redlich dafür zu sorgen, dass alles korrekt abgewickelt wurde, steckte der 62-Jährige Geld in die eigene Tasche. „Ich bin zutiefst enttäuscht“, sagte die Gilchingerin im Zeugenstand. Sie war den Tränen nahe. Zwischen März 2010, kurz nachdem er als Testamentsvollstrecker eingesetzt worden war, und März 2011 hob er die Summe, die eigentlich der Gilchingerin zustand, von den Konten der Verstorbenen ab.

Das Gericht gestand dem Testamentsvollstrecker zwar zu, dass er 20 000 Euro für seine Tätigkeit berechnen durfte und diese Summe also berechtigterweise einbehalten habe. Blieben aber über 35 000 Euro, die ganz klar der Gilchingerin zustanden. Dieses Geld hat der 62-Jährige offenbar in ein Unternehmen investiert, an dem er selbst beteiligt ist. Der Gilchingerin versprach er acht Prozent Zinsen. Bei genauem Hinsehen war in den Vereinbarungen dann aber nur von vier Prozent die Rede. Und tatsächlich ist die Summe derzeit unauffindbar. Es könne heuer im Herbst ausbezahlt werden, versprach der Angeklagte nun zwar vor Gericht. Doch für die Staatsanwältin steht das in den Sternen. Unterlagen konnte der Testamentsvollstrecker nämlich kleine vorweisen.

Am Ende war der Richter überzeugt, dass der Testamentsvollstrecker das Geld für seine eigenen Zwecke verwendet hat. Mit in das Urteil einbezogen wurde, dass der Brucker bereits vier Mal einschlägig vorbestraft ist. Immer wieder war er wegen Vermögensdelikten angeklagt, weil er Löhne nicht ausgezahlt hatte, wegen Insolvenzverschleppung und vorsätzlichem Bankrott. 2013 hat er einige Monate im Gefängnis verbracht. Die restlichen Monate aus dieser Verurteilung, die zur Bewährung ausgesetzt worden waren, wurden in das Urteil eingerechnet.  sus

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