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So soll der Saal des Bürgerhauses nach seiner Fertigstellung aussehen. Repro: Gemeinde Pöcking

Haus der Bürger und Vereine

Happy End nach 24 Jahren

Das „Jahrhundertprojekt“ – der Bau des Hauses der Bürger und Vereine in Pöcking – ist einen entscheidenden Schritt weiter gekommen. Nächstes Jahr könnten die Arbeiten beginnen.

Pöcking – Bürgermeister Rainer Schnitzler nahm es mit Humor: „Wir planen schon eine Zeitlang, aber jetzt geht es voran“, meinte er, als der Gemeinderat zur großen, vorerst abschließenden Debatte über Bau oder Nichtbau des Hauses der Bürger und Vereine ansetzte.

PWG-Fraktionschef Albert Luppart war da durchaus dramatischer aufgelegt: „Heute ist ein guter Tag für Pöcking“ begann er seine Ausführungen. Seit 24 Jahren werde wieder und wieder über das Bürgerhaus debattiert, „ein Jahrhundertwerk“ sei das, das jetzt endlich auf den Weg gebracht werden soll. Wer hier im Rat die Vereine fördern will, der muss heute Farbe bekennen“, forderte er.

Das wiederum reizte die CSU-Fraktionschefin Ute Nicolaisen-März dann doch. Sie kritisierte nicht nur die Verteuerung des Projekts um rund zwei Millionen Euro, ohne dass auch nur ein Stein tatsächlich verbaut ist. Auch das fehlende Nutzungskonzept wurde thematisiert. „Die Vereine wissen noch gar nicht, welche Mieten wir nach Fertigstellung von ihnen verlangen. Was machen wir, wenn es ihnen zu teuer ist?“, fragte sie. Schließlich wird das Haus der Vereine ganz auf die Bedürfnisse von Schützen und Blaskapelle zugeschnitten. Auch der nun beschlossene Bau zweier Wohnungen im Satteldach des Vereinshauses fand bei ihr keine Zustimmung. „Wenn es wirklich darum gehen würde, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, dann hätte man den Flachbau auch einfach aufstocken müssen. Statt dessen seien die Wohnungen nur dazu da, den aus ästhetischen Gründen gewünschten Bau eines Satteldaches zu rechtfertigen. Simone Greve (Grüne) wollte von Bürgermeister Schnitzler nur wissen, ob das Budget nun, nachdem die ursprünglich festgelegte Obergrenze von acht Millionen Euro deutlich gerissen wurde, endgültig nach oben offen sei. Der antwortete eher ausweichend, Albert Luppart wurde da schon konkreter: „Wir haben fünf Prozent Risikoaufschlag schon eingepreist.“ Architekt Tom Frank, der wohl noch nie so nah an der Realisierung seines x-fach umgearbeiteten Entwurfs war, versprach: „Sollte das Ergebnis der Ausschreibung zeigen, dass wir deutlich über den kalkulierten Preisen liegen, dann wird umgeplant.“

Annette von Nordeck (FDP) hat sogar ihre erst vor wenigen Monaten geborene Tochter mit zur Sitzung gebracht, um gegen die Vorlage stimmen zu können: „Ich bin nicht gegen das Haus der Bürger und Vereine, ich bin nur gegen die Kostensteigerung“, sagte sie. Die Befürworter des Neubaus waren zwar deutlich schweigsamer als die Gegner, letztendlich aber deutlich in der Mehrheit. Zwölf der 18 anwesenden Gemeinderäte beschlossen, das vorgestellte, 9,7 Millionen Euro teure Projekt mit Wohnungen und Unterkellerung des Vereinshauses anzugehen. Nur sechs votierten dagegen.

Prompt setzte tosender Applaus im Zuschauerraum ein. Vertreter etlicher Vereine waren gekommen und reagierten erleichtert darauf, dass nach 24 Jahren nun mit der Ausführungsplanung und Ausschreibung für den Bau des Bürgerhauses begonnen werden kann. Läuft alles glatt, kann 2018 oder 2019 die Einweihung gefeiert werden.

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