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Mit Eimern haben die Anwohner der Hechendorfer Straße in Herrsching versucht, das Regenwasser loszuwerden.

Unwetter am Ammersee

Wildgewordenes Rinnsal

Herrsching - Der Fendlbach – ein Wolf im Schafspelz oder wie ein Rinnsal zum reißenden Fluss wird. Die Gemeinde Herrsching berät nun mit Experten, wie der wildgewordene Wasserlauf zu bändigen ist.

Feuerwehr, Bauhof und Technisches Hilfswerk waren zu Wochenbeginn in Herrsching im Dauereinsatz. Vollgelaufene Keller mussten leerpumpt, überflutete Straßen und Wege abgesichert und entwässert werden. Die Ursache: Es hat am Montag und Dienstag geregnet – sintflutartig. 85 Liter sind am Montag in drei Stunden auf den Quadratmeter geprasselt. Das ist die Menge, die sonst in einem halben Jahr auf Herrsching niedergeht, weiß Christian Schiller, Bürgermeister der Ammersee-Kommune.

Die riesige Menge Wasser hat die Natur nicht verarbeiten können. Die Wiesen und anderen Grünflächen in der Gemeinde waren derart gesättigt nach den niederschlagsreichen Tagen zuvor, die Kanäle und der Ammersee bis zur Halskrause voll, dass sie den wie aus Kübeln aus den Wolken herabstürzenden Regen nicht mehr aufnehmen konnten. So suchte sich das Wasser seinen eigenen Weg.

Ein Ventil fand der Regen im sonst eher unscheinbaren und zu Trockenzeiten oft ausgedörrten Fendlbach. Der plätschert im Normalfall als natürliche Entwässerung des Ortsteils Rausch teils verrohrt, teils offen hinunter zum Ammersee. Am Montag und Dienstag hielten sich die Wassermassen nicht an das vorgezeichnete Bachbett. Die Fluten stürzten sich in breitem Strom von den Rauscher Wiesen hangabwärts und verwandelten den Rauscher Fußweg, Oberer Stocket und den Bereich um die Hechendorfer Straße in ein Katastrophengebiet.

Leidtragende waren dort die Anlieger. In manchen Tiefgaragen staute sich das Wasser bis zu den Dächern der dort abgestellten Fahrzeuge auf. Eltliche Keller waren geflutet – mit Wasser und mit angeschwemmtem Kies. Auf dem Grundstück von Ex-Gemeinderat Rudolf Brack hatte der reißende Strom den Fußweg zwischen Garage und Wohnhaus auf bis zu drei Meter Tiefe aus- und das Gebäude teilweise unterspült. Mit hilfreichen Händen aus der Nachbarschaft benötigte Brack fünf Stunden, um den Wasserkrater wieder mit Kies zu befüllen, berichtet Bürgermeister Schiller dem Starnberger Merkur.

Nach einem ähnlichen Flutereignis vor einigen Jahren hatte sich ein Ingenieurbüro schon einmal mit möglichen Vorsorgemaßnahmen befasst. „Damals waren die Anlieger nicht bereit, Grund für eine wirksamere Verbauung des Baches abzutreten“, erinnert der Bürgermeister. Das Ingenieurbüro hat Christian Schiller jetzt wieder beauftragt, nach Lösungen zu suchen. Provisorisch hat die Feuerwehr gemeinsam mit Mitarbeitern des Bauhofes eine Verbauung aus Holz errichtet. Das Technische Hilfswerk aus Starnberg hat Sandsäcke an den Ammersee geschafft. Die sind auch am Rand der Hechendorfer Straße auf Paletten aufgetürmt, um schnell zur Hand zu sein wie die vorsorglich von der Wehr ausgelegten Schläuche, wenn die weiter vorhergesagten Niederschläge erneut in der bisherigen Ergiebigkeit niedergehen sollten. Erst zum Wochenende ist mit Wetterbesserung zu rechnen – rechtzeitig zum Schlossgartenfest in Herrsching.

Ein zweiter Problemfall ist für den Bürgermeister die Realschule. Die war nicht nur am Montag vollgelaufen – deswegen war den Schülern wasserfrei geben worden. Auch am Dienstagnachmittag stand das Wasser hoch in den Kellerräumen. „Die Ursache ist noch unbekannt“, muss der Bürgermeister mit zuckenden Schultern einräumen. Eines ist aber sicher: Vor dem Umbau und der Sanierung der Schule hat es solche Probleme dort nicht gegeben...

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