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Schwer enttäuscht von der Entscheidung des Verbandes: Herrschings Manager Fritz Frömming.

Volleyball

Herrschinger Heimspiel in Berlin

Herrsching - Jetzt ist es amtlich: Die Volleyballer des TSV Herrsching müssen ihr Pokalhalbfinale trotz Heimrechts gegen die Berlin Recycling Volleys in Berlin austragen. Der Verband verweigerte eine Sondergenehmigung für die Nikolaushalle.

Das Pokalhalbfinale gegen die Berlin Recycling Volleys, die am Donnerstagabend ihr Viertelfinalspiel erwartungsgemäß mit 3:0 gegen Lüneburg gewannen, findet nicht in Herrsching statt. Das bestätigte Manager Fritz Frömming am Freitag. Die Volleyball-Bundesliga (VBL) erteilt den Ammerseern keine Sondergenehmigung. Stattdessen muss das Hauser-Team am 24. November in Berlin antreten.^

„Wir sind einfach nur enttäuscht“, macht Frömming aus seinem Herzen keine Mördergrube. Aber auch die Mannschaft war „total niedergeschlagen“ sagte Frömming. Für Herrsching wäre es das Spiel des Jahres gewesen. So heißt es wohl: Außer Spesen nichts gewesen. Denn im Volleyball werden die Einnahmen bei Pokalspielen, anders als im Fußball, nicht geteilt. Schlimmer noch: „Wir müssen unsere Flüge nach Hamburg stornieren.“ Zwei Tage nach dem Halbfinale spielen Patrick Steuerwald & Co. ihr Ligaspiel in Lüneburg. Jetzt reist man nach dem Pokalspiel von Berlin gleich weiter in den Norden. 

Frömming hat an der Entscheidung der VBL schwer zu schlucken. Der Manager bekräftigte nochmal in Richtung der lokalen Politik: „Wir brauchen hier eine Halle.“ Andernfalls gehen die Erstliga-Lichter bald aus am Ammersee. Zum Ende der Spielzeit 2016/17 endet die Sondergenehmigung der VBL. Aktuell deutet nichts darauf hin, dass eine statutengemäße Spielstätte in Herrsching oder Umgebung entstehen wird.

Zwei Bundesligaspiele an diesem Wochenende

Derweil geht der Bundesliga-Alltag an diesem Wochenende weiter.

Als „suboptimal“ bezeichnet Max Hauser, Trainer der Bundesliga-Volleyballer des TSV Herrsching, den Bundesliga-Spielplan. Binnen 19 Stunden muss der frischgebackene Pokalhalbfinalist gleich zweimal ran. Am Samstag, 19 Uhr, kommt der VC Olympia Berlin. Und am Sonntag, 14.30 Uhr, schlagen die United Volleys RheinMain in der Nikolaushalle auf.

Das zumindest auf dem Papier einfachere Spiel ist das gegen die U19-Talente vom Berliner Olympiastützpunkt. „Ein absolut ernst zu nehmender Gegner“, so Hauser. Auch Libero Ferdinand Tille warnt: „Wir dürfen jetzt nicht überheblich werden nach dem Pokalerfolg. Die können auch Volleyball spielen.“ Für den 27-jährigen Nationalspieler ist das Duell ein besonderes. In Reihen des VCO Berlin spielt Johannes Tille (19), sein jüngster Bruder. Erstmals überhaupt kommt es zu einem direkten Aufeinandertreffen. Nahezu die gesamte Familie wird anreisen, um dem Bruderduell beizuwohnen. Fehlen wird aber der mittlere der drei Volleyball spielenden Söhne. Leonhard Tille (21), im Vorjahr im Dress der VSG Coburg, spielt zeitgleich mit seinem niederösterreichischen Erstligisten SG Raiffeisen Waldviertel Zwettl. Anders als Ferdinand und Leonhard, die bereits in der Nationalmannschaft spielen, hat Johannes Tille seine Karriere noch vor sich. „Das Potenzial ist auf jeden Fall da. Wenn er klar im Kopf bleibt, kann er ein Großer werden“, sagt Ferdinand Tille. Während „Ferdl“ und Leonhard auf der Libero-Position spielen, gibt Johannes Tille den Spielmacher. Am besten profitierte hiervon bisher Egor Bogachev. Der 2,03 Meter große Außenangreifer brachte es in zwei Spielen auf satte 31 Punkte.

In der Scorerwertung der Bundesliga ganz oben steht schon wieder Christian Dünnes von den United Volleys aus Frankfurt. In der vergangenen Spielzeit war der 32-jährige Diagonalangreifer der fleißigste Punktesammler und wertvollster Spieler der Saison. Vor knapp zehn Monaten musste Dünnes mit seinen von einem finanzstarken Mäzen aufgepeppten United Volleys eine deutliche 0:3-Niederlage in Herrsching einstecken. In der Banken-Metropole wurde heuer der Kader nochmals aufgerüstet. Im Pokal bereits ausgeschieden, hielt sich die Mannschaft von Trainer Michael Warm in der Liga bisher schadlos (drei Spiele, drei Siege). Hauser: „Die sollten heuer um die Meisterschaft mitspielen.“

Ob der sensationelle Vorjahreserfolg wiederholt werden kann, hängt auch viel von den Aufschlägen ab. „Kommen die, haben wir eine Chance“, meint Hauser. Kleiner Vorteil für Herrsching: Da das Spiel am Sonntag bereits um 14.30 Uhr angepfiffen wird, können die Hessen vorher nicht in der niedrigen Nikolaushalle trainieren. Dirk Schiffner

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