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Folkwang-Absolvent und grandioser Solist: Thomas Piel bei seinem Auftritt. 

Vor 40 Jahren in Breitbrunn beigesetzt

Gedenken an Enrico Mainardi

Breitbrunn – Thomas Piel spielt in Breitbrunn Werke des italienischen Cellisten, der vor 40 Jahren in Breitbrunn beigesetzt wurde.

In Breitbrunn, seinem letzten Wohnort am Ammersee, ist der italienische Cellist, Komponist und Dirigent Enrico Mainardi (1887-1976) beigesetzt. Mit dem Gedenkkonzert zum 40. Todesjahr setzten Pfarrei Breitbrunn und die Witwe dem Musiker am Samstagabend ein kleines Denkmal. Thomas Piel von der Real Filharmonia de Galicia in Santiago de Compostella überzeugte in der Heilig-Geist-Kirche mit perfekten Soli. Der Cello-Virtuose bot etwa 70 konzentriert lauschenden Zuhörern Werke von Bach und Mainardi – in romantischen Mainardi-Original-Versionen.

Publikum applaudierte dem grandiosen Solisten begeistert

Seine letzten glücklichen Lebensjahre verbrachte der große Komponist und Cellist in Breitbrunn, erläuterte Interpret Piel zum Auftakt. Unter dem Einfluss von Max Reger, Claude Debussy und Gaetano Donizetti hatte der vor allem durch Schallplatten-Aufnahmen bekannt gewordene Komponist schließlich eine ganz eigene Tonsprache entwickelt. Zu hören war dies in Breitbrunn bei der berühmten Cello-Suite von Johann Sebastian Bach. 

Als Hommage spielte Piel dieses Werk ausschließlich nach Mainardis schwierigen Fingersätzen. Schon das Prelude erklang dadurch ungewohnt elegisch und polyphon. Auch die Bachsche Courante erhob sich romantisch – als virtuos gespielte Lied-Melodie. Nach der effektvoll gebotenen Gigue in ungewohnter Mainardi-Version applaudierte das Publikum dem grandiosen Solisten begeistert.

Es gab für Klassikliebhaber auch Gewöhnungsbedürftiges 

Im Original waren die von Mainardi 1964 komponierten sieben Preludes für Cello-Solo zu hören. Gewöhnungsbedürftig für den Klassikliebhaber erklang der rhythmische Satz „Andante quasi marcia“ vor dem erstaunlich quälenden polyphonen Thema des Andante, das im rhythmisch pochenden „sostenuto e grave“ in einen schrillen Schrei stürzt. Ein Paar erhob sich nach dieser schwer verdaulichen Kost. Leider. Denn danach bot Folkwang-Absolvent Piel die 1953 komponierte Mainardi-Hommage an Johann Sebastian Bach. 

Als Perpetuum Mobile aus Sechzehnteln interpretierte der Solist das klassische Präludium. Als konzentrierter Zuhörer sah man eine Choreografie mit zwei Tänzergruppen auf der Bühne, die sich unaufhörlich begegnen und wieder trennen. Als Zugabe folgte schließlich ein höchst rhythmischer, 1940 komponierter Mainardi-Marsch für Cello Solo – und anhaltender Applaus für den großen Virtuosen Thomas Piel.

Von Christine Cless-Wesle

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