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Große Freude auch ohne Sonnenschein: Verein, Gemeinde und Unterstützer freuen sich über die Saisoneröffnung des Archäologischen Parks in Herrsching: (vorne v.l.) Vereinsvorsitzender Wolf-Dietrich Hoefer, Gustav Tietze, Vereinssprecherin Barbara Blankenburg, Landschaftsarchitektin Monika Treiber und Bürgermeister Christian Schiller.

Archäologischer Park

Neue Tafeln und ein Jubiläum

Herrsching - Mit neuen Tafeln und ansonsten 20 Jahren auf dem Buckel wurde gestern die Saison im Archäologischen Park in Herrsching eröffnet.

Zur Saisoneröffnung des Archäologischen Parks in Herrsching schneite und regnete es im Wechsel, so dass die rund 20 Gäste gestern schnell ins Innere der Adelskirche flohen. Knappe acht Grad Celsius kalt ist es in den Gemäuern, liest Herrschings Bürgermeister Christian Schiller vom Thermometer ab. Das Messen von Temperatur und Feuchtigkeit in den Steinwänden sei Pflicht und Voraussetzung dafür, dass die Relikte in der nachgebauten Kirche ausgestellt werden dürfen, erläutert der Vorsitzende des Vereins für Archäologie und Geschichte Herrsching, Wolf-Dietrich Hoefer. In einer Vitrine steht die Nachbildung eines stattlichen, 1,90 Meter großen Bajuwarenkriegers in Leinengewand und Lederstiefeln. Am mit Gold und Silber beschlagenen Gürteln hängen er Messer, in der Hand hält er ein Schwert. Die Nachbildung des Mannes aus dem 7. Jahrhundert gehörte nicht zum Gesinde, sondern war ein Graf, vermutet Barbara Blankenburg. Genützt hat ihm die hohe Abstammung nichts, denn in jungen Jahren – man geht von 30 oder 40 Jahren aus – gab er im Gefecht sein Leben und fand im „Grab 9“ inm Herrsching seine letzte Ruhestätte. Teile der sterblichen Überreste fand ein Baggerfahrer 1982 bei der ersten Erweiterung des Friedhofs und 1996, also vor genau 20 Jahren, gründete sich ein Verein, der sich der Pflege dieser Ausgrabungen annahm.

Nicht nur großzügig von der Gemeinde unterstützt konnte unter ihrer Federführung auch die jüngste Ausgrabung freigelegt und im kürzlich erweiterten Teil eingegliedert werden: Das römische Badehaus mit einer Feuerstelle wurde unter Anleitung und mit finanzieller Beteiligung von Landschaftsarchitektin Monika Treiber sorgfältig mit 40 ZentimeterSchüttungen und Steinen auf einem Kunststoffflies überbaut und sichtbar gemacht. Darunter liegen die ausgefeilten Röhrensysteme, die „Bodenheizung“, mit denen die Römer heizten sowie Kohlereste und Schamott. Neu sind im Park drei Infotafeln.

Unterdessen pfeift der Nordwind den Besuchern kalt um die Ohren und einige suchen im Gebäude erneut Schutz, wo der Vereinsvorsitzende durch die Ausstellung führt. Die Ehrenamtlichen des Vereins halten die Erinnerung an die Vergangenheit wach und leisten einen wichtigen Dienst für die Nachwelt, lobt der Rathauschef: „Man muss wissen, wo man herkommt um zu wissen, wo man hingeht.“

Die Ausstellung ist ab sofort bis Ende September jeden Sonntag von 11 bis 12.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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