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Es juckt höllisch: Die Quaddeln können laut Experten bis zu zehn Tage bleiben.

Herrschinger Bucht

Kot und Larven trüben Badespaß

So manchem Badegast ist die Lust auf einen Sprung in den Ammersee gehörig vergangen. Die Fälle von juckenden Hautausschlägen bei Badegästen in der Herrschinger Bucht häufen sich.

In den vergangenen Wochen wurden schon wieder Klagen bei der Gemeinde laut, berichtet Bürgermeister Christian Schiller. Zum Beispiel von einer Frau, die auch ein Foto ihres Sohnes vorlegte. Sein Körper ist übersät mit roten Pusteln. „Bei den unangenehm juckenden Quaddeln und Hautausschlägen handelt es sich offensichtlich um eine so genannte Badedermatitis“, heißt es aus dem Gesundheitsamt in Starnberg.

Die Entstehung ist eine höchst unappetitliche Angelegenheit: Enten und möglicherweise auch Gänse scheiden mit ihrem Kot Eier der Erreger aus, Larven schlüpfen und bohren sich in die Haut der Schwimmer. Der Mensch wird von den so genannten Zerkarien „nur versehentlich als Fehlwirt“ befallen, erläutern die Experten. Ihr natürliches Ziel sind eigentlich die Enten.

Für die Betroffenen ist das freilich ein schwacher Trost. Und auch wenn die Larven nach dem Endringen in die Haut schnell absterben – die Pusteln kommen, und es juckt höllisch. Vor allem beim wiederholten Baden finde „eine Sensibilisierung mit verstärkter Symptomatik statt“, heißt es. Bis zu zehn Tage könne das dauern. Der Ausschlag sei zwar harmlos, aber wegen des anhaltenden Juckreizes „äußerst unangenehm“.

Doch nicht jeden, der in Herrsching in den See steigt, erwischt es: „Ich gehe jeden Tag baden und hatte noch kein einziges Mal etwas“, erklärt der Bürgermeister. Sein Nachbar dagegen gehe an derselben Stelle ins Wasser, und er bekomme den Ausschlag.

Offenbar steht Herrsching mit seinem Problem allein da. So sei zum Beispiel in Inning alles in Ordnung, hat Schiller in Erfahrung gebracht. Auch vom Ammersee-Westufer hat der Rathauschef noch nichts gehört. Und das für den Ammersee verantwortliche Landratsamt in Landsberg fühlt sich laut Schiller schlicht nicht zuständig, weil weder naturschutz- noch wasserrechtliche Belange betroffen seien.

Schiller fühlt sich also ziemlich allein gelassen. Ihm bleibt nichts anderes, als zusammen mit dem Starnberger Landratsamt Badegäste zu warnen: „Meiden Sie längere Aufenthalte im Flachwasserbereich“, heißt es. Nach dem Baden alles Ausziehen und mit dem Handtuch kräftig den Körper abfrottieren, lautet eine weitere Empfehlung. Und das Auftragen von wasserfester Sonnencreme oder Vaseline könne das Eindringen der Zerkarien einschränken. Außerdem: „Füttern Sie auf keinen Fall die anwesenden Wasservögel im Badebereich, da durch ihre Anwesenheit der Parasitenbefall des Wassers erhöht wird.“

Jörg von Rohland

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