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Der Bahnhof Herrsching sollte eigentlich Aushängeschild für ankommende Touristen sein. Stattdessen sind die Hallen und die öffentlichen Toiletten verdreckt.

Vandalismus in Herrsching

Es reicht! Bahnhof wird videoüberwacht

Herrsching - Die Gemeinde Herrsching weiß sich gegen Vandalen nicht mehr anders zu wehren, Kameras auf allen öffentlichen Klos sollen helfen.

Mia Schmidt ist angewidert. Die frühere Herrschinger Gemeinderätin steht in der Wartehalle des Bahnhofs und weiß nicht, wo sie ihre Handtasche abstellen soll. Der Schalter der Deutschen Bahn ist zwar sauber. Aber drumherum ist Dreck, nichts als Dreck. Der Fußboden, die Ablagen an den Wänden – alles ist vollgekotet von Vögeln, dazwischen liegen Unmengen von Zigarettenkippen, anderer Unrat wie Zeitungsreste und offensichtlich auch Erbrochenes.

Bürgermeister Schiller räumt ein: "Das ist alles andere als lustig"

„Zum Ekeln“, sagt die Herrschingerin und richtet vorwurfsvoll ihre Kritik ans Rathaus: „Warum kümmert sich die Gemeinde nicht um diesen Saustall?“ Denn die Gemeinde ist Eigentümerin des Bahnhofgebäudes. Bürgermeister Christian Schiller kann den Unmut verstehen. „Das ist alles andere als lustig“, räumt der Rathauschef ein. „Wir kommen kaum mehr hinterher.“ An Montagen, nach einem schönen Wochenende, sei der Missstand besonders augenscheinlich und katastrophal. „Die touristische Frequenz wächst und wächst, die Leute, die nach Herrsching kommen, lassen oft alles dort liegen, wo es ihnen passt.“

Die Gemeinde Herrsching lasse die Wartehalle regelmäßig reinigen, versichert Schiller. Das besorgt ein professionelles Unternehmen – bis zu zweimal im Monat. Bei Bedarf auch häufiger. Und diese Bedarfsfälle häufen sich. So dass auch die Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs mit eingesetzt werden müssen.

Gemeinde zahlt pro Woche bis zu 1200 Euro für Reinigung

Es ist aber nicht nur das Problem der verschmutzten Wartehalle. Betroffen sind auch die öffentlichen Toiletten im Bahnhof. Die WCs sind ständig verstopft. „Zwei- bis dreimal in der Woche muss eine Rohrreinigungsfirma anrücken, um die Toiletten wieder flott zu machen.“ Das ist nicht nur ein personeller und materieller Aufwand. Das geht auch ins Geld. 1000 bis 1200 Euro muss die Gemeinde allein für die Reinigung und Wartung von Bahnhofsgebäude samt Toiletten berappen – pro Woche.

Der Bauausschuss des Gemeinderates hat in seiner Sitzung vorige Woche versucht, nun endgültig die Reißleine zu ziehen. Nach vielen langen Diskussionen wurde beschlossen, alle öffentlichen Toiletten mit Video zu überwachen.

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