Die Tage sind gezählt: Noch bis Ende Juni können die Wörthseer Bankgeschäfte vor Ort erledigen. Danach steht ihnen nur noch ein Automat zur Verfügung, an dem sie Geld erhalten. Foto: Andrea Jaksch
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Die Tage sind gezählt: Noch bis Ende Juni können die Wörthseer Bankgeschäfte vor Ort erledigen. Danach steht ihnen nur noch ein Automat zur Verfügung, an dem sie Geld erhalten.

Wegen Filialschließung

Gemeinderäte fürchten ums Geld

Wörthsee - Das neue Konzept der Kreissparkasse für Wörthsee bietet Hausbesuche für Kunden an. Einzahlungen sind jedoch nicht mehr möglich.

Am 1. Juli schließt die Filiale der Kreissparkasse in Wörthsee in Steinebach. Wernher Weigert und Daniel Hiebaum als Vertreter der Bank stellten dem Gemeinderat das neue Niederlassungskonzept der Bank vor – und stellten sich gleichzeitig dem Unmut, der sich in der anschließenden Diskussion entlud.

„Wir müssen die Sparkasse für die Zukunft vorbereiten“, sagt Weigert. „Die Kundenbedürfnisse haben sich mit der technischen Entwicklung deutlich verändert.“ Vermehrt nutze man das Online-Angebot und weniger die Filialen. Natürlich habe die Schließung auch mit den Auswirkungen der Niedrigzinsphase zu tun (wir berichteten). Eine „Präsentstelle“ werde in eine „SB-Geschäftsstelle“ umgewandelt. In der Etterschlager Straße 14 stehen dann nur noch Automaten. Für persönlich abzuwickelnde Geldgeschäfte stehen die Filialen in Seefeld, Inning, Herrsching oder Gilching zur Verfügung. Die Wörthseer Angestellten wechseln nach Seefeld.

Banker Weigert hatte auch eine gute Nachricht im Ärmel. „Wir wollen die Filialstandorte an Werktagen durchgehend von 7.30 bis 19 Uhr öffnen. Damit gehen wir in eine Vorreiterrolle.“ Hiebaum betonte: „Dinge für den täglichen Bedarf sind weiterhin möglich und genügend Bargeld verfügbar.“ Der Automat erstelle Kontoauszüge und biete ein modernes Selbstbedienungsterminal für Überweisungen. „Das fordert unsere ältere Klientel am Anfang“, gab der Regionaldirektor zu. „Deshalb hilft in der Übergangszeit ein Angestellter bei der Bedienung.“ Auch Hausbesuche seien möglich.

Nicht nur Florian Tyroller (Grüne) fiel auf, dass es keine Möglichkeit zum Einzahlen vorhanden ist. „Wir haben Gewerbetreibende, die auf das Einzahlen am Automaten angewiesen sind.“ Ein Gerät, das Einzahlungen erlaube, sei sehr störanfällig, erklärte Hiebaum. „Wenn es ausfällt und kein Mitarbeiter vor Ort ist, dann funktioniert auch die Auszahlfunktion nicht.“ Das überzeugte Thomas Bernhard (FW) nicht. „Ich habe ein Sicherheitsproblem damit, über Nacht Bargeld im Geschäft zu haben.“ Er schlug einen Tresor vor. „Ohne Personal schwierig“, wiederholte Hiebaum. Dirk Bödicker (Wörthsee Aktiv) kündigte an, dass er dann zur Konkurrenz wechselt. „Damit ist die Sparkasse für mich nicht mehr interessant.“ Bürgermeisterin Christel Muggenthal erinnerte, dass weder Seefeld noch Inning per Bus oder S-Bahn erreichbar seien.

Paul Grundler (Wörthsee Aktiv) dachte einen Schritt weiter. Ob man die Räume einem Laden zur Nahversorgungsgruppe zur Verfügung stellen könnte? Weigert gefiel die Idee. „Wir werden uns damit auseinandersetzen.“

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