+
Zufrieden ist auch Kartoffelbauer Rudolf Heidrich aus Frohnloh mit der bisherigen Ernte.

Landwirtschaft

Bauern trotz Wetterchaos zufrieden mit der Ernte

Landkreis Starnberg - Frühjahr und Sommer des Jahres 2016 waren größtenteils zum Fürchten. Das ließ die Sorgen mit Blick auf die Ernte der Bauern in der Region wachsen. Doch jetzt zeigt sich: Das Wetter hat gerade noch einmal die Kurve bekommen.

„Bei uns ist alles tiptop“ sagt Kreisbäuerin Anita Painhofer aus Geisenbrunn. Moment mal: Eine Bäuerin, die nicht klagt? „Jammern bringt uns nicht weiter. Und wenn wir ehrlich sind: Am Ende passt es unterm Strich immer“, sagt sie.

Die Getreideernte im Landkreis Starnberg sei weitestgehend abgeschlossen, meint sie. Was nicht absehbar war: Die Erträge sind gut. „Eigentlich mag Weizen Regen gar nicht“, erklärt Wilhelm Painhofer, der gemeinsam mit seiner Frau den Hof betreibt. „Allerdings war es im Juni und Juli zwar feucht, aber auch vergleichsweise warm“, ergänzt seine Frau.

Deswegen sei das Getreide gut gewachsen. Und der Regen habe auch noch genau zum richtigen Moment aufgehört. „So konnte verhindert werden, dass die Ähren schwarz werden, was die Qualität des Weizens beeinträchtigt hätte“, so die Kreisbäuerin. Das gelte auch für die übrigen Landwirte im Landkreis Starnberg. Die Qualität sei ordentlich. Zwar könne man nicht mit Spitzenerträgen und -qualität aufwarten wie im vergangenen Jahr, aber „wir können zufrieden sein.“ Nicht zufrieden sind die Bauern laut Painhofer indes mit den Preisen. Gab es im vergangenen Jahr noch 160 bis 180 Euro pro Tonne Weizen, sind es heuer im Schnitt 20 Euro weniger. Zuviel Weizen auf dem Weltmarkt, „und wir Landwirte sind immer die letzten in der Kette“, sagt Wilhelm Painhofer. Denn die Kosten würden sich nicht verändern. Wohl aber die Einnahmen. Und da spüren die Erzeuger jede neue Preisrunde, die die Handelsketten einläuten. Meistens fange es mit der Milch an – in diesem Jahr hatte es bereits große Protestaktionen der Milchbauern gegeben. Doch wenig später setze sich dieser für die Bauern fatale Trend dann immer auch bei den Feldfrüchten fort, so Painhofer im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Schlaraffenland für Maispflanzen

Als nächstes ist die Kartoffelernte an der Reihe. Für die Painhofers ein Heimspiel. Auf rund 30 Hektar bauen sie Verarbeitungskartoffeln für die Herstellung von Pommes frites an. „Die Kartoffeln schauen gut aus“, meint Painhofer. Trotz des Wetters.

Zumindest der Mais erlebte dieses Jahr sein Schlaraffenland, erläutert Anita Painhofer. „Für Mais hatten wir das ideale Wetter – Regen und Schwüle lieben die Pflanzen“, erklärt sie. Es sei mit hervorragenden Erträgen zu rechnen, auch wenn es bis zur Ernte noch ein ganzes Stück hin ist: „Der Mais ist immer als letztes an der Reihe, auch wenn er jetzt schon ausgereift ist.“ Auch die Zuckerrüben machen laut Wilhelm Painhofer einen guten Eindruck. „Das sieht heuer deutlich besser aus als im vergangenen Jahr“, meint er.

Die Gartler sind übrigens auch recht zufrieden: „Das Wetter war bestens. Wir haben kaum Wasser gebraucht“, erzählt Helmut Seibert, Vorsitzender des Gartenbau- und Landespflegevereins Krailling (GLV). In seinem Naturerlebnisgarten an der Fischerfeldstraße pflanzt der GLV hauptsächlich Obst und Gemüse an. Und diesem hat es laut Seibert heuer an nichts gemangelt. „Salat haben wir so viel, dass ich inzwischen welchen bei Gemeinde und Bauhof abliefere“, so der Vorsitzende.

Doch auch im Naturerlebnisgarten herrschte nicht nur eitel Sonnenschein. „Unsere Nussbäume haben Frost bekommen und standen ohne Blätter da. Aber sie haben sich wieder erholt.“ Außerdem seien nicht so viele Äpfel gekommen. „Das ist sehr abhängig von den Bienen, und die sind beim kalten Wetter teilweise eingegangen“, sagt Seibert. „Aber dafür hatten wir mehr Birnen.“

Alles in allem sind die Landwirte und Gartler in diesem Jahr also trotz des teilweise chaotischen Wetters noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen – die Erträge stimmen.

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Breite Mehrheit für Grüne Täubner-Benicke

Gilching – In letzter Sekunde wurde es dann doch noch einmal spannend, nur wenige Tage vor der offiziellen Nominierungsversammlung der Bündnisgrünen vor der …
Breite Mehrheit für Grüne Täubner-Benicke

Kommentare