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Die Jugend soll vor allem über Kletterhallen, -wände und -türme für den Alpenverein begeistert werden.

Deutscher Alpenverein

Der Nachwuchs kommt übers Klettern

Landkreis Starnberg - Der Deutsche Alpenverein ist wohl ohne Zweifel der Verein mit den meisten Mitgliedern im Landkreis Starnberg. Auf den Lorbeeren ausruhen wollen sich die Mitglieder dennoch nicht: Sie setzen verstärkt darauf, junge Mitglieder zu werben.

Das normale Bergwandern erfreut sich zwar nach wie vor ungebrochener Beliebtheit. Die Jugend findet es allerdings ziemlich uncool, genau wie ihre Altvordern die Hänge hinaufzustapfen und nach Steinböcken Ausschau zu halten. Der Nachwuchs des Alpenvereins rekrutiert sich vor allem aus dem Bereich der Kletterer. Neudeutsch „Bouldern“ genannt, ist die Kraxelei an senkrechten Wänden zum Trendsport geworden, demnächst sogar offiziell eine olympische Sportart. Ein Trend, den die Sektionen des Deutschen Alpenvereins befördern und von dem sie profitieren. Die Sektion Tutzing beispielsweise mit ihren gut 2900 Mitgliedern ist gerade dabei, an der berühmten Benediktenwand eine Kletterwand einzurichten.

„Eine Kletterhalle haben wir nicht, also haben wir uns zu diesem Schritt entschieden“, meint Dr. Konrad Kürzinger, Schriftführer der Sektion. Ein bis zwei Seillängen soll die Kletterwand hoch sein und ein hohes Maß an Flexibilität bieten, berichtet er. Das bedeutet, dass die Haken an der Wand hängen, der Kletterer, der sein Seil mitbringen muss, sich aber völlig frei den Weg nach oben suchen muss. Spätestens im kommenden Jahr soll die Kletterwand fertig sein.

Auch junge Familien sehen die Tutzinger als attraktive Zielgruppe. Gern verweist Kürzinger darauf, dass die Tutzinger Hütte zu Füßen der Benediktenwand als „familienfreundlich“ zertifiziert worden ist.

Drei neue Jugendgruppenleiter für Starnberg

Bei der Sektion Starnberg setzt man ebenfalls verstärkt auf die Werbung neuer Mitglieder, sagt der 1. Vorsitzende Andreas Graser. „Die meisten Sektionen kennen das Problem der Überalterung der Mitglieder zur Genüge“, sagt er. Da müsse man rechtzeitig gegensteuern. Auch hier setzt man aufs coole Klettern: „Wir haben hier in Starnberg einen Kletterturm, der sehr gut genutzt wird.“ Zudem habe die Sektion Starnberg gerade drei neue Jugendgruppenleiter benannt, die sich intensiv um den Nachwuchs kümmern sollen.

Bei der Sektion Vierseenland setzt man nach Angaben von Christine Pätsch vor allem auf die Verbesserung des Angebotes. Kernpunkt dieser Strategie war die Eröffnung einer eigenen Geschäftsstelle in Seefeld im Juni dieses Jahres. Denn nach wie vor werden die meisten Dienstleistungen des Alpenvereins in den Geschäftsstellen genutzt. Sei es nun die Buchung einer Übernachtung in einer der Hütten oder die Ausleihe von Ausrüstungsgegenständen. Ansonsten setzen die 2600 Mitglieder der Sektion Vierseenland vor allem auf die Gemeinschaft und ein reges Vereinsleben. „Unsere Rentner sind immer auf Tour“, sagt Christine Pätsch und verweist auf zahlreiche gemeinsame Wanderungen, die im Angebot sind.

Eine Kletterhalle, wie es sie beispielsweise in München oder in Gilching gibt, hat noch keine der befragten Sektionen ernsthaft in Planung. Angesichts der damit verbundenen beträchtlichen Investitionen wartet man wohl lieber erst einmal ab, ob der momentane Boulder-Boom nur ein kurzfristiges Strohfeuer ist oder aber ein langfristiger Pfeiler, auf dem die Zukunft des Deutschen Alpenvereins ruhen könnte. Denn wunderschöne Berge und tolle Hütten sind vielleicht auf Dauer nicht genug, um die Mitgliederzahlen für die nächsten Jahrzehnte stabil zu halten.

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