Einbrüche im Landkreis

Mehr Polizei-Streifen gegen die Einbrecher

Landkreis – In Teilen des Landkreises war die vergangene Einbruchsaison von Oktober bis März gewaltig. Die Polizeiinspektionen sind bereits vorbereitet.

Es geht wieder los. Herbst und Winter mit ihren dunklen Abendstunden sind die Hochsaison der Einbrecher. Im Oktober ging es bereits los, quer im Landkreis verteilt. Die Polizeiinspektionen meldeten sechs Einbrüche in Starnberg, jeweils einen in Berg, Pöcking, Stockdorf und Wörthsee. Die Polizei reagiert mit mehr Informationen wie beispielsweise Hausbesuchen in Gilching und mit mehr Präsenz, wie der Starnberger Hauptkommissar Kai Motschmann berichtet: „Bis zum nächsten Jahr werden wir die Streifen in neuralgischen Gebieten – etwa Ortsrandlagen oder alleinstehende Häuser – verstärken.“ 

Starnberger Hauptkommissar: Kriminalität ist nicht gestiegen

Auch zivile Kräfte kommen zum Einsatz. „Dabei geht es um Erkennung. Diese Polizisten können sich an ein verdächtiges Fahrzeug dranhängen“, erklärt Motschmann dem Starnberger Merkur. Für dieses bewährte Fahndungskonzept erhalten die Starnberger Verstärkung von der Bereitschaftspolizei Fürstenfeldbruck. Das ist nötig – denn die Einbrüche in private Wohnungen oder Häuser haben zugenommen. „Generell ist ein Anstieg zu verzeichnen“, sagt Motschmann über seinen Dienstbereich: Starnberg, Berg, Pöcking, Feldafing und Tutzing. Von Jahresanfang 2015 bis zum 30. September gab es 31 Einbrüche. Im gleichen Zeitraum dieses Jahres waren es 61. 

Unter anderem liege das daran, dass sein Dienstbereich im Vorjahr eher verschont geblieben sei, sagt Motschmann. „Es ist viel außenrum eingeschlagen, in Herrsching oder Gauting.“ Seiner Ansicht nach ist nicht die Kriminalität an sich gestiegen. „Das ist regional bedingt. Je nachdem, wo die Tätergruppen gerade zuschlagen“, sagt der Hauptkommissar. Organisierte Einbrecher würden teilweise von Gemeinde zu Gemeinde ziehen. „Den Schwerpunkt hatten wir in Starnberg“, sagt Motschmann. 

"Wir haben weiterhin alles, etwa Steinwerfer oder Aufhebelungen"

In der Kreisstadt geschahen ein Drittel der Einbrüche. Dort könnten Einbrecher teilweise ganze Straßen ausrauben, während in ländlicheren Gegenden sei die Sozialkontrolle besser sei. „Dort wissen die Nachbarn, wenn ein fremdes Auto ins Dorf fährt.“ Zweite große Anlaufstelle der Einbrecher sei Pöcking. Neue Phänomene unter den Einbruchsarten gebe es nicht, sagt Motschmann. „Wir haben weiterhin alles, etwa Steinwerfer oder Aufhebelungen.“ Durchaus etabliert hätten sich Einbrüche über die Terrasse, sagt sein Kollege Jürgen Dreiocker von der Inspektion Germering. Besonders auf Gebäude und Grundstücke mit hohen Hecken oder ohne Nachbarschaft hätten es die Einbrecher abgesehen. „So wird es heuer wieder sein“, glaubt Dreiocker. 

„Die Täter konzentrieren sich auf Häuser, wo man einen Zugang findet und sich unbeobachtet fühlt.“ Nachdem es 2015 einen Rückgang an Einbrüchen im Bereich Alling, Germering und Gilching gegeben habe, sei heuer das normale Niveau wieder erreicht. Um dem in der sensiblen dunklen Jahreszeit zu entgegnen, reagiert auch Dreiocker mit mehr Präsenz. „Und mit Aktionen und Flyern weisen wir die Leute darauf hin, auf was man achten kann.“ Dabei geht es auch um die sinnvolle Sicherung des Eigenheims. Auch die Polizeiinspektion Herrsching – zuständig für die Gemeinden Andechs, Herrsching, Inning, Seefeld, Weßling und Wörthsee – hat sich längst vorbereitet. Auch im Sommer gebe es Einbrüche. Aber die vergangene Wintersaison von Oktober bis März war heftig, berichtet Inspektionsleiter Erich Schilling. 

Im Oktober war es in Herrsching relativ ruhig: "Toi, toi, toi"

„Das steht in keinem Verhältnis. Da hat es uns stark getroffen“, berichtet Schilling. Es habe „sehr viele reisende Täter“ gegeben. Welche Gemeinden also wie stark von Einbrüchen betroffen sind, liegt nicht allein in Händen der Polizei. Auch Herrschinger Inspektion reagiert mit vermehrten Kontrollen. „Das geht bis ins Frühjahr.“ Im Oktober habe es heuer nur drei Einbrüche gegeben. „Toi, toi, toi“, sagt Schilling, gibt aber gleich zu Bedenken: „Wir gehen davon aus, dass es nicht so bleiben wird.“ Die Starnberger Einbruchswelle werde auf umliegende Gemeinden schwappen, befürchtet er.

Rubriklistenbild: © Picture Alliance / dpa

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