In diesem Waldstück vor der Roseninsel in Feldafing wurden vergiftete Köder ausgelegt. Hundeliebhaber haben dort deshalb Warnschilder an Bäumen angebracht. foto: Jaksch

Ist in Feldafing ein Hundehasser unterwegs?

Feldafing - Mit Giftködern wurden mehrere Hunde in Feldafing beim Spazierengehen vergiftet. Nun schlagen die Hundebesitzer Alarm. Die Polizei nimmt Ermittlungen auf.

Margot Rudolf ist entsetzt. „Wie kann ein Mensch so etwas tun?“, fragt sich die 73-Jährige immer wieder. Vor einigen Tagen ist sie mit ihrer Hündin Fanny in Feldafing beim Strandbad spazieren gegangen. Bei der Schranke in Richtung Roseninsel passierte es dann: Die graue Mittelschnauzerdame schnüffelte im Gras am Wegrand und schnappte nach etwas rundem. „Es war eine Art Fleischknödel“, sagt Margot Rudolf. Geistesgegenwärtig hob die Hundehalterin Teile des Klumpens auf. Als Fanny dann zu Hause unruhig wurde und sich sichtlich unwohl fühlte, nahm Margot Rudolf die Fleischreste mit zum Tierarzt. „Es sah aus, als ob Blaukorn im Gemisch war“, erzählt sie heute.

Für die Tierärztin Valerie Fries war das nicht die erste Probe, die bei ihr vorbeigebracht wurde. „Alleine in unserer Praxis haben wir sechs vergiftete Hunde behandelt, die in dem Waldstück gassi geführt wurden“, sagt die Pöckingerin. Nicht alle steckten die Vergiftung so gut weg wie Fanny. „Zum Teil hatten wir auch richtig harte Fälle“, sagt Fries. „Ein Hund wäre gestorben, hätte die Besitzerin ihn nicht rechtzeitig vorbeigebracht.“ Fries hat mittlerweile auch alle ihre Patienten gewarnt. Einige hatten auch schon von den Giftködern gehört, die in dem Waldstück zwischen Roseninsel und Altenheim Garatshausen ausgelegt werden. Eine Gruppe von Hundefreunden befestigte daraufhin Warnschilder an den Bäumen. Ein Mitarbeiter der bayerischen Schlösserverwaltung hängte die Plakate aber wieder ab. „Die Zettel waren mit Stahlnägeln an die Bäume befestigt worden. Das schädigt die Bäume“, erläutert Kathrin Jung, Pressesprecherin der Schlösserverwaltung. „Wir haben Kontakt zu den Betroffenen aufgenommen und werden nun eigenen Warnschilder aufhängen.“

Wegen den vergifteten Hunden wurde auch die Polizei alarmiert. „Es wurden drei Fälle bei uns angezeigt“, erklärt Starnbergs Polizei-Chef Norbert Reller. „Wir haben aber noch keine Hinweise zu Ursache und Person.“ Eine Hundeführerstaffel aus Fürstenfeldbruck soll nun bei den Ermittlungen helfen. Außerdem wurde eine verdächtige Probe zur Analyse gegeben.

Margot Rudolf hofft auf eine schnelle Aufklärung der Vergiftungsfälle. Sie geht immernoch täglich mit Fanny im Feldafinger Waldstück an der Roseninsel spazieren. „Wir sind aber sehr vorsichtig geworden“, sagt die 73-Jährige.

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