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Rund 80 Fischerinnen und Fischer vom Starnberger See sowie Ehrengäste trafen sich auf der Ilkahöhe zum traditionellen Fischerjahrtag. Den geistlichen Segen spendete Tutzings Pfarrer Peter Brummer. 

Fischerjahrtag

Hochwasser stillt Hunger der Renken

Tutzing - Die noch 34 am Starnberger See aktiven Berufsfischer haben einmal mehr eine wenig befriedigende Fangsaison hinter sich. Allerdings scheint sich die Lage zu entspannen.

„Die vergangene Fangsaison lässt bei uns die Hoffnung aufkommen, dass die Talsohle der Fangerträge durchschritten ist“, sagte Andreas Gastl-Pischetsrieder am Freitag. Beim Jahrtag der Fischereigenossenschaft Würmsee im Forsthaus Ilkahöhe machte der Vorsitzende seinen Kolleginnen und Kollegen Mut. Zwar waren die Renkenfänge in diesem Jahr bis Anfang Juni eher spärlich, aber „in den Sommermonaten wurden einigermaßen erträgliche Stückzahlen gefangen“, referierte der Fischermeister. Allerdings erreichten die Renken nur ein Durchschnittsgewicht von 200 Gramm, und im September gingen die Fangzahlen auch wieder zurück.

Nach wie vor sei der Phosphatgehalt im Starnberger See einfach zu niedrig, heißt: Der See ist zu sauber und somit zu nährstoffarm. „Die Fische hungern regelrecht, diese Problematik geht uns schwer an die Nieren“, meinte Gastl-Pischetsrieder. Dem Wunsch der Fischer, dem See wieder etwas mehr Phosphat und somit Futter für die Fische zuzuführen, erteilte Dr. Franz Geldhauser vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium eine klare Absage: „Das ist utopisch, das ist auch gesellschaftlich gar nicht durchzusetzen.“

Nährstoffeintrag durch Hochwasser

Warum die Netze der Fischer ab Juni dennoch besser gefüllt waren, erklärt Gastl-Pischetsrieder mit den Starkregenfällen und dem damit verbundenen Hochwasser. „Dadurch gelangten endlich mal wieder etwas mehr Närstoffe in den See, welche als Grundlage für das so wichtige tierische Plankton dienen.“ Die Renken konnten erstmals wieder regelmäßig Nahrung aufnehmen. „Dies zeigt umso mehr, wie wichtig ein minimal erhöhter Nährstoffeintrag für das Wachstum im Wasser wäre“, sagte Gastl-Pischetsrieder.

Nur mittelmäßig waren die Hechtfänge. Ebenso wurden nur wenige Saiblinge gefangen – die meisten davon waren rech klein; das Gleiche gilt für die Seeforelle. Äußerst enttäuschend sei trotz Besatz die Ausbeute beim Zander und bei den Brachsen gewesen. Dafür sei es laut Gastl-Pischetsrieder aber eine relativ gute Aal-Saison gewesen, die, „bedingt durch das Hochwasser, etwas über Durchschnitt“ lag. Zum Teil sehr gute Ergebnisse erzielten die Fischer mit Karpfen, „sogar einzelne große Exemplare mit über 20 Kilogramm wurden gefangen“, so der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft. Für Aufsehen haben auch einige kapitale Waller gesorgt, die den Fischern vereinzelt ins Netz gegangen sind.

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