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Die Gesichter sagen alles: (v.l.) Christopher Bodenstein, Johanna Schlüter, Matthias Helwig, Barbara Beck und Landrat Karl Roth bei der Kulturpreisverleihung.

Kulturpreis

Besonderer Abend mit großen Momenten

Landkreis - Der Landkreis Starnberg hat seine Kulturpreise an Matthias Helwig, Johanna Schlüter und Christopher Bodenstein vergeben - an einem ganz besonderen Abend.

„Cannes Venedig Starnberg. Das geht mir locker über die Lippen. Uns verbindet nicht nur das Wasser!“ Landrat Karl Roth begrüßte am Dienstag zahlreiche Gäste zur Kulturpreisverleihung, in der Sparte Foto und Film. Es ist immer der Höhepunkt des Jahres für Kulturreferentin Barbara Beck, die gewohnt charmant durch den Festakt führte. Unter den Ehrengästen waren die Landratsabgeordnete Ute Eiling-Hütig, Ex-Landrat Heinrich Frey, einige Bürgermeister und zahlreiche Kulturveranstalter und Künstler, die, wie Roth sagte, „uns zeigen, wie es gehen kann, das Miteinander unterschiedlicher Menschen“. 

„Laufen lassen!“ war die Devise von Barbara Beck bei der Vorbereitung des Festakts. Was rauskam, war ein Abend der Emotionen, der mithalten kann mit Cannes und Venedig. Mit Lachen und Weinen, mit Sprachlosigkeit, Witz, launigen Reden, nachdenklichen Momenten und vielen Tempotaschentüchern, die dem Filmemacher Christopher Bodenstein ans Redepult gereicht wurden – für seine Freudentränen. Es dauerte etwas, bis er danken konnte. „Wird das Fünf-Seen-Filmfestival demnächst Sechs- oder Sieben-SeenFilmfestival heißen? Bodensee, Chiemsee mit einbezogen?“, begrüßte Landrat Roth launig den Kulturpreisträger Matthias Helwig. Der Kinobesitzer und Filmfestivalleiter wurde ausgezeichnet (4000 Euro Preisgeld), weil er, so die Begründung, „eine lebende Visitenkarte des Landkreises geschaffen hat“. Selbst „ein Meister der Verleihung der Preise“, wie Helwigs Laudator, Starnbergs ehemaliger Pfarrer Ernst Kunas sagte – er sitzt des öfteren mit Matthias Helwig beim Fußball vor dem Fernseher – „kann er aber Komplimente nur schlecht annehmen“. „Narzismusfaktor gering, Allüren null, not corrupted“, beschrieb Kunas Helwig, und dessen Weg als eine „Mischung aus Zufall, Arbeit, Wahnsinn und positiver Besessenheit.“ „Nicht das Abgeschlossene, sondern das Entstehende macht das Leben aus“, dankte der Geehrte und mahnte die Politiker, mehr für die Kinos zu tun. 

Das Entstehende würdigt der Landkreis ohnehin mit dem Kulturförderpreis (jeweils 3000 Euro). Er ging gleich an zwei Nachwuchskünstler. Mit Johanna Schlüter wird eine junge Fotografin geehrt, deren Porträtaufnahmen „einen Blick hinter die Fassade des Menschen erlaubt“, so Clara Holzheimer in ihrer famosen Laudatio, in der sie auch beschrieb, dass sich die „Generation why“ in eine Generation „why not?“ gewandelt habe. Schließlich erhielt noch der Filmemacher Christopher Bodenstein als „vielversprechendes Talent“ den Förderpreis. 19 Jahre alt, zwölf Jahre Berufserfahrung. Mit sieben Jahren macht er seinen ersten Film mit Playmobil-Figuren und nun schluchzte er am Redepult vor Freude, brachte dann aber doch den Satz heraus: „Es fühlt sich so schön an, wenn man Wertschätzung bekommt.“ Sein Bruder Alexander, der wegen Seminararbeitsabgabe die Laudatio etwas übermüdet aus dem Ärmel schüttelte, hatte für ihn nur Bewunderung: „Ey krass!“ 

Johanna Schlüter wird in Berlin Weißensee ihre Handschrift verfeinern und sich weiterbilden. Sie zeigt im Januar im Bosco nochmals ihre Kathputli-Bilder aus Delhi. Christopher Bodenstein geht auf die Filmhochschule Darmstadt und strebt eine Aufnahme in der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen an.

Astrid Amelungse-Kurth

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