+
Mit gutem Beispiel voran: Seit Jahren speist der Feldafinger Kai Howaldt (53) sein Elektroauto mit Strom, den er aus der Sonnenenergie vom eigenen Hausdach gewinnt.

Elektromobilität

Wo geht's zur nächsten Stromtanke?

Landkreis - Der Bestand an Elektrofahrzeugen im Landkreis wächst – zart, aber er wächst. Aber wo tanken? Der Landkreis informiert mit der E-STArt Ladesäulentour.

Kai Howaldt ist ein Vorreiter. Als viele vor Jahren noch über Elektromobilität redeten, fuhr der 53-jährige Unternehmer aus Feldafing schon mit einem Tesla Roadster durch die Gegend. „Wir waren schon am Gardasee damit oder haben in England eine Tour mit 3500 Kilometern in zehn Tagen gemacht.“ Wenn Howaldt zu Hause am Starnberger See unterwegs ist, speist er den Elektro-Sportwagen mit Sonnenenergie aus der hauseigenen Steckdose. 

„Das ist natürlich der Idealzustand“, sagt Andreas Schweiger. Der Verkäufer des Autohauses Nirschl in Pöcking sieht wie Howaldt die Elektromobilität im Wachsen. Vor allem: Der Staat bezuschusst den Kauf beispielsweise eines Renault Zoe, der zu 100 Prozent mit Strom betrieben wird und eine Reichweite von rund 200 Kilometer hat. Wer also beispielsweise einen vollausgestatteten Zoe für 25 000 Euro kauft, erhält 2000 Euro Nachlass vom Hersteller, weitere 1000 Euro vom Autohaus und oben drauf noch 2000 Euro vom Staat – schwuppdiwupp kostet der Pkw aus der Clio-Klasse nur noch 20 000 Euro. Ausgeliefert wurde bei der Firma Nirschl noch keiner, Bestellungen lägen aber vor. Schwaiger: „Das liegt daran, dass die Hersteller noch sehr lange Lieferzeiten haben“, mit vier bis sechs Monaten müssten Kunde da schon rechnen, so Schweiger. 

Wer sich für ein E-Fahrzeug entschieden hat, muss es irgendwann irgendwo aufladen. Die Benzin- oder Diesel-Tankstellen kennt jeder, aber die Ladestationen für E-Autos? Darum lädt der Landkreis Starnberg für morgigen Samstag, 16. Juli, zur E-STArt Ladesäulentour ein, die aus elf Stationen besteht, um 10 Uhr am Golfplatz in Tutzing (Deixlfurt 7) beginnt und um 15.40 Uhr in der Starnberger Ludwigstraße ihr planmäßiges Ende finden soll (alle Stationen siehe Kasten). Wie Kreissprecher Stefan Diebl erklärt, habe man aus dem Netz der rund 19 öffentlichen Stromtankstellen im Landkreis elf ausgewählt, „die noch recht neu und unbekannt sind“. An den Stationen erfahren Teilnehmer alles Wissenswerte, Verkehrsmanagerin Susanne Münster stellt die digitale Ladekarte vor, und so ganz nebenbei können die E-Mobilisten natürlich aufladen. 

Wie viele E-Autos gibt es überhaupt im Landkreis? Dazu gab es gestern aus dem Landratsamt Zahlen, die zeigen, dass der Markt wächst. Waren es Ende 2012 noch 45 Elektroautos (Pkw, Busse und Lkw), stieg die Zahl in 2013 auf 62, in 2014 auf 102 und Ende 2015 auf 157 – eine Verdreifachung in drei Jahren. Auch der Anteil der Hybrid-Fahrzeuge mit Elektromotor stieg in dieser Zeit: Von 129 in 2012 auf 168 in 2013, 188 in 2014 und auf 280 in 2015. Kurzum: Das Netz der Ladestationen wird dichter werden. Wo es Saft fürs Auto gibt, soll die Ladesäulentour zeigen. 

Kai Howaldt wusste gestern noch nicht, ob er mit dem Landrat mitfahren wird, findet die Aktion aber „eine tolle Sache“. Im Moment beschäftigt sich der Vater von zwei Söhnen damit, neben dem Sportwagen Tesla auch die Familienkutsche gegen ein Elektroauto einzutauschen. Das Angebot wird größer, die Prämien erleichtern privaten Kunden die Entscheidung. „Ich bin sicher, dass wir in den nächsten zwei Jahren ein Produktfeuerwerk erleben werden, was die E-Mobilität betrifft“, sagt der Feldafinger.

Auch interessant

<center>Brot-Zeit! Backgeheimnisse der Müllermeisterin</center>

Brot-Zeit! Backgeheimnisse der Müllermeisterin

Brot-Zeit! Backgeheimnisse der Müllermeisterin
<center>Münchner Häuberl Pralinen</center>

Münchner Häuberl Pralinen

Münchner Häuberl Pralinen
<center>Offizieller Oktoberfest Bierkrug 2016</center>

Offizieller Oktoberfest Bierkrug 2016

Offizieller Oktoberfest Bierkrug 2016
<center>Bayerische Crossover-Tapas</center>

Bayerische Crossover-Tapas

Bayerische Crossover-Tapas

Meistgelesene Artikel

Einbruchsalarm: Schwarze Männer auf dem Dach

Inning - Der Notruf, der am Dienstag bei der Einsatzzentrale der Polizei in Ingolstadt einging, klang dramatisch: Gerade ereigne sich ein Einbruch in sein  Haus am …
Einbruchsalarm: Schwarze Männer auf dem Dach

Warum schließen immer mehr Bankfilialen?

Landkreis - Die Banken ziehen sich mehr und mehr aus den ländlichen Regionen zurück. Junge Kunden sollen ihre Geschäfte online tätigen – doch auch für Ältere gibt es …
Warum schließen immer mehr Bankfilialen?

Der Trend geht zur Öko-Tanne

Landkreis – Noch knapp drei Wochen bis Weihnachten. Deswegen sind schon jetzt viele Christbaumsuche. Doch woher kommen die Bäume eigentlich? Gibt es besondere Trends und …
Der Trend geht zur Öko-Tanne

Handwerker versinken im Müll

Landkreis – Bei Dachdeckern im Landkreis Starnberg türmen sich Müllberge, seit sie Styropor separat entsorgen müssen. Das hat gravierende Folgen. Sogar von Entlassungen …
Handwerker versinken im Müll

Kommentare