Einweihung in Weßling

Ortsumfahrungen im Kreis Starnberg - Geschichten mit ganz unterschiedlichen Ausgängen

Verkehrsprojekte

Start frei für die Ortsumfahrung Weßling

Von Peter Schiebel

Landkreis – Wenn Weßlings Bürgermeister Michael Muther heute um 14 Uhr die Ortsumfahrung für den Verkehr freigibt, ist das der Schlussstrich unter eine jahrzehntelange Geschichte. Denn schon lange bevor der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München im Jahr 1987, also vor 29 Jahren, einen ersten Planungsauftrag vergab, hatte es Ideen gegeben, das Ortszentrum von Weßling vom Verkehr zu entlasten.

Derzeit fahren täglich mehr als 15 000 Fahrzeuge durch die 5000-Einwohner-Gemeinde – Tendenz steigend. Und auch wenn längst nicht alle von ihnen auf die Umfahrung wechseln werden, so hat die Realisierung dennoch „große Bedeutung vor allem für den Ortsteil Weßling“, sagt Muther.

Umfahrungen im Landkreis Starnberg – das sind oft jahrzehntelange Geschichten mit ganz unterschiedlichen Ausgängen. Der Starnberger Merkur gibt einen Überblick, wobei nur bis zur Baureife geplante beziehungsweise genehmigte Projekte berücksichtigt sind. Überlegungen blieben unberücksichtigt, was für die Umfahrungsdebatte in der Stadt Starnberg gilt, aber auch alte Ideen wie die Gautinger Nordbrücke, der Autobahn-Südring oder den abgelehnte Seeabstieg bei Pöcking. So schaut's aus:

Umfahrung Weßling: In einem Bürgerentscheid gaben die Weßlinger im September 2012 grünes Licht für die Straße, die östlich an dem Ort vorbeiführt und die Staatsstraße nach Seefeld und Herrsching direkt mit der A 96-Anschlussstelle Wörthsee verbindet. So sollen Pendler aus Richtung Ammersee dazu gebracht werden, nicht mehr direkt durch Weßling zur A 96 zu fahren.

Die Hauptstraße soll anschließend zurückgebaut werden – wie genau und in welchem Umfang, muss die Gemeinde noch entscheiden. Prognosen gehen davon aus, dass im Jahr 2025 etwa 12 500 Fahrzeuge die Umfahrung benutzen werden – weitere 8000 Pkw und Lkw aber weiterhin mitten durch Weßling fahren.

Länge der Straße: 3,3 Kilometer. Gesamtkosten (Bau und Grunderwerb): 10,2 Millionen Euro.

Westumfahrung Starnberg: Im Sommer 2018 soll die Straße zwischen Söcking und der Waldkreuzung für den Verkehr freigegeben erden. Nach den bisherigen Prognosen erwarten die Verkehrsplaner etwa 5400 Fahrzeuge pro Tag, die die Verbindung nutzen, um von der östlichen B 2 in Richtung A 96 zu kommen. Allerdings weist das Staatliche Bauamt in Weilheim darauf hin, dass diese Hochrechnung seit Fertigstellung der Umfahrung Ober-/Unterbrunn bereits heute deutlich überschritten werde. „Durch Abstufung der Hanfelder Straße in Starnberg zur Gemeindestraße wird eine zusätzliche Verlagerung des Verkehrs auf die Westumfahrung erfolgen, wenn die Stadt Starnberg entsprechende verkehrsrechtliche Maßnahmen und Umbaumaßnahmen durchführt“, heißt es in einem Handzettel der Behörde.

Länge der Straße: 3,5 Kilometer. Gesamtkosten: 12,7 Millionen Euro.

Westumfahrung Gilching: Der Bau der Verbindungsstraße von Alling (Landkreis Fürstenfeldbruck) zur Weßlinger Straße und weiter zur A 96 ist in mittlerweile drei Bürgerentscheiden beschlossen, die Baugenehmigung liegt vor – allerdings schwebt aktuell eine Klage über dem Projekt. Ein Landwirt aus dem Gilchinger Ortsteil St. Gilgen wirft der Gemeinde vor, die Trasse 25 Meter zu nah an sein Grundstück geplant zu haben. Bürgermeister Manfred Walter hofft im Gespräch mit dem Starnberger Merkur darauf, das Thema außergerichtlich zu lösen. In der übernächsten Woche sei deswegen ein Gespräch mit dem Kläger vereinbart. „Wenn wir uns nicht einigen, muss die Klage ausgefochten werden, was nach Meinung unserer Anwälte zwei Jahre dauern wird“, sagt Walter. Der bisherige Plan – vorbereitende Maßnahmen 2017, Baubeginn 2018, Fertigstellung 2020 – würde sich folglich verzögern.

Nach dem Bau der Umfahrung will die Gemeinde ihr Zentrum sanieren, vor allem die Römerstraße, in der bei einer Zählung vor sieben Jahren bis zu 15 700 Fahrzeuge täglich ermittelt wurden.

Entlastungsstraße Inning: Anfang des Jahres haben die Inninger die Umfahrung in einem zweiten Bürgerentscheid abgelehnt. Nun laufen die Gespräche zwischen Gemeinde und Staatlichem Bauamt, wie die von 12 000 Fahrzeugen täglich genutzte Ortsdurchfahrt umgebaut werden kann. „Es geht um Querungsinseln an schwierigen Stellen, breite Gehwege, Radwege und um die Parkplatzsituation“, sagt Christian Probst vom Bauamt. Ebenfalls im Gespräch: Wie können die Ortseingänge umgestaltet werden, damit Autofahrer langsamer unterwegs sind?

Umfahrung Ober- und Unterbrunn: Bereits im Jahr 1982 wurde das sogenannte Raumordnungsverfahren für den Neu- beziehungsweise Ausbau der Staatsstraße beantragt, 30 Jahre später, im Oktober 2012, war Einweihung. Länge der Straße: 5,7 Kilometer. Gesamtkosten (Bau und Grunderwerb: 10,2 Millionen Euro).

Umfahrung Pöcking: Das Jubiläum war heuer. Vor 20 Jahren wurde die B2-Ortsumgehung eingeweiht. „Der innerörtliche Verkehr hat sich dadurch drastisch reduziert“, sagt Bürgermeister Rainer Schnitzler. „Der Verkehrsrückgang sowie die Umbau- und Sanierungsarbeiten auf den öffentlichen und vielen Anliegergrundstücken hatten einen enormen Gewinn an Lebensqualität zur Folge.“

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