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Symbolbild

Asyl

Schlange stehen mitten in der Nacht

Starnberg – Im Ausländeramt herrscht Ausnahmezustand. Herrschings stellvertretender Bürgermeister Hans-Jürgen Böckelmann nennt es „menschenunwürdig“. Das Landratsamt arbeitet seit längerem an einer Lösung des Problems.

Schon in aller Früh stehen die ersten Menschen vor dem Ausländeramt, in der Hoffnung eine Nummer zu ergattern, die ab 7 Uhr ausgegeben werden. „Allerdings nur zehn Stück“, weiß Böckelmann aus eigener Erfahrung. Er betreut eine Eritrearin, die auch beim zweiten Mal unverrichteter Dinge zurückfahren musste. Sie sei schon um 2 Uhr mit acht anderen Menschen dagewesen, um 7 Uhr waren es wenigstens 40. Viele Besucher werden abgewiesen.

„Die Lösung dieses Problems hat oberste Priorität. Wir sind dabei, durch neues Personal und mit organisatorischen Maßnahmen Abhilfe zu schaffen, da sich der aktuelle Zustand in keiner Weise mit unseren Ansprüchen auf Service und Bürgerfreundlichkeit vereinbaren lässt. Wir bitten aber um Verständnis, dass es einige Zeit dauern wird“, sagt der stellvertretende Landrat Georg Scheitz. Es werden derzeit etwa 19 000 ausländische Mitbürger betreut. Neueinstellungen und Personalaufstockungen sind erfolgt. Neues Personal muss aber gefunden und eingearbeitet werden.

Seit Mitte 2015 ist das Landratsamt mit der Asyl-Problematik beschäftigt. Im Wesentlichen würde alles bewältig, so Scheitz. Im Ausländeramt komme jedoch die hohe Belastung der Mitarbeiter und der damit einhergehende Ausfall zum Tragen. Deshalb können derzeit keine Termine vergeben werden. Bereits vereinbarte Termine werden wahrgenommen. Anliegen werden über die Wartenummern bearbeitet. Verpflichtungserklärungen für Besuchsaufenthalte von maximal 90 Tagen (Kurzaufenthalte) können im BürgerService abgegeben werden. Elektronische Aufenthaltstitel können ohne Termin und Wartenummer abgeholt werden. Infos unter Tel.: (0 81 51) 14 81 48.  

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