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Unten: Die „Seastar“ der Dornier Seawings GmbH landete am 19. Mai zum ersten Mal auf dem Starnberger See. Weitere Landungen ließ das Wetter nicht zu.

Flugzeug landet auf See

Fritz Walter bremst die "Seastar"

Starnberg - Die „Seastar“ der Dornier Seawings GmbH in Oberpfaffenhofen landet erstmals auf dem Starnberger See. Wir waren dabei.

Es ist kalt, nass und ungemütlich. Fritz-Walter-Wetter. Diesmal geht es aber nicht um Fußball, sondern um modernste Technik. Das Spektakel lassen wir uns nicht entgehen. Die „Seastar“ der Dornier Seawings GmbH in Oberpfaffenhofen setzt zum ersten Mal auf dem Starnberger See auf. Das knapp siebeneinhalb Millionen Euro teure Amphibienflugzeug ist so etwas wie der neue Stolz des Unternehmens. 

„Wir müssen zeigen, dass wir so eine Wasserlandung problemlos durchführen und mit den Behörden koordinieren können“, sagt Markus Lehmann. Auf seiner Visitenkarte steht „Production Manager“. Unter der Hand verrät er uns, dass es bereits Anfragen für die „Seastar“ gibt – teils von Kunden, die sich das weltweit einmalige Luftfahrtschiff „hinten auf ihr Boot draufstellen wollen“. Da könne man sich vorstellen, was das für „Boote“ sind, so Lehmann. „Search and Rescue“ (Suche und Rettung) sei die eigentliche Aufgabe. Der große Vorteil des hübschen neuen „Vogels“: die Reichweite.

Um die Jungfernlandung genau beobachten zu können, bringt uns Boot Nummer eins der Polizei Starnberg in die Seemitte. Am Bug weht Bayerns Weißblau, am Heck Schwarz-Rot-Gold. Nieselregen. Ordentlicher Wellengang. Vorteil des Schmuddelwetters: Es befinden sich kaum „Hindernisse“ in Form von Segel-, Motor- oder sonstigen Booten auf dem Wasser. Aus dem Westen nähern sich die Crew der Tutzinger Feuerwehr und der Wasserwacht Feldafing, aus dem Osten die Wacht aus Ammerland. Die freiwilligen Helfer tragen dicke Jacken und Westen. Ihre Aufgabe: Die Landezone absichern und die Wasseroberfläche nach Baumstämmen oder anderen störenden Gegenständen absuchen, damit alles reibungsloser läuft als vor einem Jahr auf dem österreichischen Wolfgangsee, als der Rumpf eines ähnlichen Modells, der DO-24 ATT, vermutlich auf einen Baumstamm prallte, ausbrach und beschädigt wurde. Verletzte? Keine. Heute soll es besser laufen. 

Die Wolken hängen tief über dem See, ein beißender Südwind bläst uns ins Gesicht, das Wassertaxi wackelt wie ein Kirmes-Karussell. 14 Uhr, wir warten. Plötzlich meldet sich per Funk der Pilot mit der typisch singenden Stimme, wie man sie aus dem Lufthansa-Airbus kennt: „Wir befinden uns über Starnberg, in fünf Minuten sind wir bei euch.“ Tatsächlich – am grauen Horizont taucht er auf: knapp 18 Meter Spannweite, 13 Meter lang, 3,3 Tonnen schwer – die „Seastar“ segelt über unsere Köpfe hinweg gen Sees-haupt, dreht über dem Ostufer und setzt zum Landeanflug an. Tiefer, tiefer, noch tiefer – dann spritzt Wasser. Es ruckelt, die beiden Propeller werden leiser – und wieder lauter. Der Flieger startet und steigt wenige Sekunden später aus dem elf Grad kalten Wasser Richtung Himmel.

„Wir haben jetzt 20 Minuten Pause“, sagt ein erleichtert wirkender Markus Lehmann. Wie geht’s dann weiter? Die „Seastar“ fliegt zurück zur Basis nach Oberpfaffenhofen, Passagiere steigen aus, neue ein. So der Plan. Starnbergs Polizeichef Bernd Matuschek setzt sich und freut sich auf weitere Landungen. „So einen Einsatz hat man ja auch nicht alle Tage.“ 

Doch es kommt anders. Per Funk geben die Piloten durch: Aktion abgebrochen, keine weiteren Landungen mehr. Grund: Die Wolken hängen zu tief, man wolle nichts riskieren. Schade. Im Polizeiboot hat man Verständnis für die Entscheidung. Matuschek: „Die wissen genau, wann es geht und wann nicht. Dafür sind sie Flugzeugführer.“ So endet das Spektakel nach einer Stunde. Immerhin: Einmal durften wir die „Seastar“ aus der Nähe in Aktion erleben. Für mehr spielte Fritz Walter einfach nicht mit.

Bilder: "Seastar" landet auf dem Starnberger See

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