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Wie viel Online-Nutzung ist noch in Ordnung? Antworten darauf suchen nicht nur besorgte Eltern.

Beratungsstelle Condrobs

Was tun mit der Online-Sucht?

Landkreis – Die Starnberger Beratungsstelle Condrobs veröffentlicht ihren Jahresbericht. Der Umgang mit Computer, Smartphone und Internet wird immer mehr ein Thema.

Die Starnberger Suchtberatungsstelle Condrobs legt ihren Jahresbericht vor – es hat sich einiges getan. Im Januar übernahm Matthias Taube ohne großes Aufsehen die Leitung von Stefan Wenger, der im Verein anderweitige Aufgaben angeht. Taube war bereits seit fünf Jahren für Condrobs als Sozialpädagoge in der Betreuung tätig. Nun ist er für 17 Mitarbeiter und 624 Menschen zuständig, die aufgrund einer Sucht Beratung oder Betreuung bei Condrobs ersuchen. Seit April können Obdachlose in der Vereinszentrale durschen. Doch es hat sich noch mehr getan. 

Kooperation: Zusammenarbeit mit Starnberger Klinikum ausgebaut

Seit 2014 arbeitet Condrobs mit dem Starnberger Klinikum zusammen. „Die Kooperation hat sich gut entwickelt“, freut sich Taube. Mittlerweile werde Condrobs informiert, sobald ein Jugendlicher mit erhöhtem Alkoholpegel eingeliefert wird. 

So ergaben sich 2015 insgesamt 25 Fälle und „19 gute Gespräche mit Eltern“, berichtet Taube. Die Verunsicherung sei oftmals groß, daher würden neben einer Beratung auch Hilfsangebote genannt. „Oft ist es der erste Absturz eines Jugendlichen zwischen 14 und 20“, sagt Taube, „eher Probier-Abstürze.“ Auch heuer rechnet Condrobs mit mindestens 25 Fällen. 

Prävention: Arbeit beginnt bereits im Kindergarten

 „Es sind viele Anfragen eingegangen“, berichtet Wolfram Skasa-Weiß, „es war intensiv.“ 

Die Präventionsarbeit beginne bereits im Kindergarten. „Da werden schon wichtige Weichen gestellt.“ Ein problematischer Umgang eines Kindes mit der eigenen Gefühlswelt sei oftmals die Grundlage für eine spätere Sucht. 17 Informationsabende gab es im vergangenen Jahr für Eltern. Immer wieder ein Thema: Wie viel Fernsehen ist gut für mein Kind? 

Beratung: Meiste Klienten wegen Alkohol oder Cannabis

5870 Klienten wurden von Condrobs im Vorjahr beraten. Darunter sind zunehmend Menschen über 50 Jahre. Jeder vierte Klient meldet sich von sich aus – in den meisten Fällen wegen Alkoholproblemen (57,6 Prozent) oder einer Cannabis-Sucht (22,5 Prozent). „Stoffliche Süchte sind eher ein Männer-Problem, Essstörungen sind eher bei Frauen verbreitet“, erklärt Wenger. 

Betreuung: Betreutes Einzelwohnen für bestimmte Klienten

Für betreutes Einzelwohnen gibt es nun 18 Plätze, im Vorjahr waren es 16. „Wir machen Hausbesuche und Freizeitgestaltung sowie Behördengänge mit“, erklärt Taube. 2015 seien damit 21 Klienten betreut worden – vor allem Menschen, die nicht selbstbestimmt eine Beratungsstelle aufsuchen. 

Entwicklung: Immer mehr Fragen wegen Online-Sucht

Es tut sich ein neues Feld auf: Online-Sucht. „Da müssen wir uns umstellen“, gibt Wenger zu. Denn „wie viele Stunden ich online sein darf, das ist durch. Ich bin immer online“. Wichtig sei viel mehr: „Wie sehr beschäftige ich mich im Tagesablauf damit? Eine Zahl könne man nicht nennen – auch gebe es in der Suchtberatung noch keine Möglichkeit, diese Online-Sucht zu klassifizieren. Es gebe aber viele besorgte Eltern, sagt Taube. „Ein Kind muss an die Medien herangeführt werden, aber wo ist die Grenze?“ Generell gelte: „Eine Sucht ist es, wenn ich es den Verpflichtungen des Alltags, Arbeit und Freunde etwa, voranstelle.“ Das gelte auch für Schüler, die bis in die Nacht Computer spielen und dann die Schule vernachlässigen.

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