Vorbereitung auf die Koch-WM: Wolfgang Weigler, Stefan Stiller, Sun Jian Ping, Xu Wu, Shi Jinsheng und Florian Aumiller (v.l.) haben für das Fischgericht Steinbutt gewählt. Irisches Rind wird zur Fleischspeise verarbeitet. Foto: Jaksch

Mit Steinbutt und irischem Rind zur Koch-WM

Tutzing - Am Starnberger See laufen dieser Tage Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft der Köche: Das chinesische Team trainiert in Tutzing fürs Finale Ende Januar in Lyon.

Bocuse d’or: Das ist der Oscar für Profiköche. Vom 28. bis zum 30. Januar findet das Finale der kulinarischen Weltmeisterschaft im französischen Lyon statt - ohne deutsche Teilnehmer: Der Kandidat Oliver Röder konnte sich bei der Europa-Ausscheidung nicht qualifizieren.

Ein Deutscher wird aber doch dabei sein: Stefan Stiller. Der 46-jährige gebürtige Hildesheimer ist Präsident des chinesischen Teams, das sich in der asiatischen Vorrunde durchgesetzt hat - und mit ihm trainiert er in dieser Woche eifrig in Tutzing. In der Küche von Wolfgang Weiglers Event-Gastronomie auf dem TGZ-Gelände übt die vierköpfige Mannschaft zurzeit jedes Detail exakt. Als Fischspeise wollen sie Steinbutt auf den Teller zaubern und das Fleiuschgericht hat irisches Rind als Hauptbestandteil.

Als Weigler vor zwei Jahren in der Türkei das Catering für ein Manager-Treffen des Metro-Konzerns organisierte, hat er Stiller kennen gelernt, der in China seit Jahren als Restaurantbetreiber erfolgreich ist. Seitdem pflegen die beiden Liebhaber der Leckerbissen enge Kontakte.

Fürs Training stellt Weigler seine Tutzinger Profiküche neben der Rotunde zur Verfügung. Da kochen sie nun jeden Tag eifrig: neben Stiller sein Küchenchef Shi Jingsheng, dessen Stellvertreter Sun Jianping und als Helfer der junge Xu Wei. Jianping ist offiziell „Kandidat“ beim Bocuse d’or.

Vor ein paar Jahren fragten die Veranstalter des Bocuse d’or Stiller nach seinem Teilnahmeinteresse. Seitdem ist er mit Feuer und Flamme dabei - auch als Jurymitglied in Lyon. Da muss er an zwei Finaltagen jeweils zwölf Gerichte probieren. „Das ist harte Arbeit“, kommentiert er. Beim Bocuse d’or, den Spitzenkoch Paul Bocuse gegründet hat, zählt für ihn vor allem die Teilnahme: „Wir sehen das olympisch.“ Immerhin sei das Niveau sehr hoch, man müsse sich mit Top-Köchen aus der ganzen Welt messen.

Beim vorigen Mal, vor zwei Jahren, hat Stiller mit seinen Leuten unter 24 Teilnehmerländern den 16. Platz belegt. Einen ähnlichen Rang erwartet er dieses Mal.

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