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Unterwasserarchäologen müssen bei der Positionierung und Verankerung der Bojen rund um die Roseninsel höchst präzise Arbeiten, um die 5000 Jahre alten Pfahlbauten nicht zu beschädigen.

Denkmalschutz

Millimeterarbeit unter Wasser

Roseninsel - Ein Unesco-Weltkulturerbe wird im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen getreten. Die Rede ist von den Pfahlbauten, die sich rund um die Roseninsel im Wasser verbergen. Nun sollen sie besser geschützt werden.

Die Roseninsel vor rund 5000 Jahren: Die Steinzeitmenschen sind wahre Baumeister. Sie schaffen komplexe Pfahlbauten auf dem Wasser, die durch einen Steg mit der Roseninsel verbunden sind. Ganz ähnlich den Konstruktionen, die man heute aus den Reisekatalogen von Luxus-Resorts auf den Malediven kennt. Warum damals so gebaut wurde, „das ist die große Preisfrage, über die sich die Archäologen die Köpfe zerbrechen“, sagt Alexandra Beck, Pressesprecherin des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. 

Die Reste der Siedlungen sind heute noch erhalten, allerdings kaum zu sehen. Denn sie liegen direkt vor dem Ufer im Schlick. Unsichtbar zwar, aber ein Erbe von Weltrang. Gemeinsam mit den ähnlichen Bauten in Pestenacker und Unfriedshausen bei Landsberg bilden sie das Unesco-Weltkulturerbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“. Ein Weltkulturerbe, das extrem bedroht ist. „5000 Jahre haben die Pfähle unbeschadet überstanden. Und dann kamen wir“, sagt Alexandra Beck weiter.

All die kleinen und größeren Boote, die zur Roseninsel fahren, setzen dem Denkmal zu. Jedes Boot erzeugt Wellen. Wellen, die an den Balken knabbern, sie Stück für Stück abtragen. Noch schlimmer sind die Schäden, die durch die Anker angerichtet werden. Oder durch die Besucher, die vom Boot springen, zum Ufer waten und dabei im wahrsten Sinne des Wortes Weltgeschichte mit Füßen treten. 

Riesenbojen sollen Boote fernhalten

Das Landesamt für Denkmalpflege schreitet deswegen nun ein. In den kommenden Tagen werden drei riesige Bojen rund um die Insel platziert. Eine im Norden, eine im Nordosten, eine im Süden. Knallrot, einen Meter im Durchmesser. Beck dazu: „Wer die übersieht, muss farbenblind sein.“ Obendrauf ein Schild: „Schutzzone Unesco-Welterbe Pfahlbauten“. Bedeutet im Klartext: Boote müssen draußen bleiben. Beck wird noch deutlicher: „Wer zur Roseninsel will, muss eine der Fähren nehmen. Das sind Zillen mit flachem Schiffsboden, die keinen Schaden anrichten.“ Rein rechtlich gesehen handelt es sich bei den Bojen und Schildern um Hinweise, keine Verbote. 

Millimeterarbeit mit 300 Kilo Steinen

Was bedeutet, dass man sich nicht strafbar macht, wenn man sie ignoriert. „Aber ein Depp ist man trotzdem“, verdeutlich Alexandra Beck. Schließlich würde auch niemand den Dom in Regensburg – ebenfalls Weltkulturerbe – mutwillig beschädigen. Deswegen müssen auch die Unterwasserarchäologen, die in den kommenden Tagen die Bojen platzieren, unendlich vorsichtig agieren. Schließlich hängen an jeder Boje rund 300 Kilogramm schwere Steine, die sie an Ort und Stelle halten sollen. „Das ist Millimeterarbeit, da kommt es auf höchste Konzentration und Präzision an“, sagt die Pressesprecherin. Und hat eine Bitte: Damit die Spezialisten in Ruhe arbeiten können, sollten Paddler, Bootsfahrer und Angler das Gebiet rund um die Roseninsel am Wochenende möglichst weiträumig umfahren.

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