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Polizei, bitte anhalten! Auf der Hauptstraße fand gestern eine der Schwerpunktkontrollen rund um den Starnberger See statt. Der Fahrer dieses Mercedes hatte den Gurt nicht angelegt – und akzeptierte 30 Euro Bußgeld klaglos.

Verkehrsüberwachung

Zwei Schutzhelme für zu leicht befunden

Starnberg - Allgemeine Verkehrskontrolle in Starnbergs Innenstadt. Ausbeute nach einer guten Stunde: drei Verstöße gegen die Gurtpflicht, ein Bußgeld wegen Telefonierens am Steuer, ein Radfahrer und ein Biker handeln sich Verwarnungen ein.

Donnerstag, 14 Uhr, Starnberger Hauptstraße beim Fischgeschäft Dechant. Die allgemeine Verkehrskontrolle startet mit technischen Problemen. Polizeioberkommissar Gerold Sturm von der Inspektion Starnberg versucht, Funkkontakt mit seinem „Spion“ aufzunehmen. Der steht, ganz unauffällig in Zivil gekleidet, etwa 250 Meter nördlich bei der Litfaßsäule vor der Stadtbücherei. Er soll auf Verkehrsverstöße bei den in Richtung Süden rollenden Fahrzeugen achten und den uniformierten Kollegen entsprechende Meldung geben. Sturms Funkgerät bleibt aber stumm, gibt keinen Piepser von sich. Der Oberkommissar behält seinen Frust nicht für sich: „Der Digitalfunk ist viel komplizierter als der analoge. Man muss sich anmelden, hier und dort klicken und – es tut sich doch nichts, wie Sie sehen.“ Früher sei das viel einfacher gewesen: „Ein Knopfdruck und man war mit einander verbunden über einen festen Kanal.“

Über Handy nimmt Sturm Kontakt mit dem zivilen Kollegen auf. Und dann klappt’s endlich auch mit dem Funkgerät. Gerade rechtzeitig: Um 14.15 Uhr meldet der „Spion“ den ersten Delinquenten. Den Fahrer eines weinroten M-Klasse-Mercedes samt Anhänger winkt ein Mitglied der Bereitschaftpolizei mit der roten Kelle an den Straßenrand. Am Steuer des Gespanns mit Weilheimer Kennzeichen sitzt ein 25-jähriger Handwerksbursche. Das auf dem Hänger geladene Holz hat er ordentlich gesichert, sich selbst aber nicht. Er sucht auch erst gar nicht nach Ausflüchten, akzeptiert die 30 Euro Bußgeld wegen des nicht angelegten Sicherheitsgurtes.

Bereitschaftpolizei unterstützt Starnberger Beamte

Oberkommissar Sturm ist in Begleitung von drei Bereitschaftspolizisten. Sie gehören zur Einsatzhundertschaft in Dachau, erklärt die Gruppenführerin, Polizeimeisterin Claudia Komperda. Weil die Inspektion Starnberg an diesem Tag mehrere Gruppen Bereitschaftspolizei zur Verfügung gestellt bekommen hat, konnte die sechsstündige Verkehrsüberwachung angesetzt werden.

Parallel zu dem Kontrollstandort in der Innenstadt (Schwerpunkt Gurt, Handy, Fahrradverkehr), misst einige Kilometer weiter westlich in Perchting eine weitere Truppe mit der Laserpistole den vorbeifahrenden Verkehr. Der dortige Funkverkehr läuft auf der gleichen Frequenz wie der an der Hauptstraße. Das verwirrt zunächst und ist auf Dauer auch störend: Oberkommissar Sturm verdreht leicht die Augen und zuckt mit den Schultern. Mittlerweile sind 45 Minuten vergangen, die Sonne brennt erbarmungslos vom wolkenlosen Himmel. Von Schatten keine Spur.

Ein aus München kommendes Bikerpärchen ist dem Wetter entsprechend luftig gekleidet mit seiner alten Moto Guzzi unterwegs. Leider sind die Helme auch nur Leichtgewichte. Sie entsprechen nicht der so genannten ECE-Vorschrift, die einen ausreichenden Schutz gewährleistet. Der drahtige Biker mit der sonnengegerbten Haut schüttelt verständnislos den Kopf: „Den habe ich doch in einem Motorradladen gekauft.“ Die Beamten belehren das Pärchen, auf was sie beim Helmeinsatz achten müssen – auf das ECE-Zeichen. Und belassen es bei der Verwarnung.

Radfahrer ist die Straße einfach zu gefährlich

Glimpflich kommt auch ein Radfahrer davon, der auf dem Gehweg die leichte Steigung an der Hauptstraße bewältigt. Er ist langsam und achtsam unterwegs. Ihm ist das Radeln auf der Fahrbahn zu gefährlich, gibt der Starnberger auf Vorhaltung von Gerold Sturm unumwunden zu. Der Beamte zeigt Verständnis für den rücksichtsvollen Radler und belässt es bei einer Verwarnung. Der dankt höflich und setzt seinen Weg fort – das Fahrrad schiebend.

Kein Pardon kennen die Beamten mit einem BMW-Fahrer aus Niedersachsen, der dem Spion aufgefallen ist, weil der Gurt schlapp an der B-Säule hängt. Als der Mann an der Kontrollstelle herausgewunken wird, ist der Gurt angelegt. „Ich bin aus der Tiefgarage gekommen und war gerade dabei, den Gurt anzulegen“, versucht er sich zu rechtfertigen. Ohne Erfolg: 30 Euro sind fällig. Sturms Zwischenbilanz: „Die Verkehrsmoral ist gar nicht mal so schlecht.“

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