Sinnlicher Garten mit Auszeichnung

Inning -  Inninger Montessorischüler haben gemeinsam einen Schulgarten angelegt. Und als Belohnung eine Auszeichnung vom Umweltministerium kassiert.

Der schmale Streifen zwischen Landsberger Straße und dem Gebäude der Inninger Montessorischule lag lange brach. Bis sich die stellvertretende Schulleiterin Michaela Beck dieses verwilderten Stücks Natur annahm und es mit den Schülern nach und nach in ein kleines Paradies verwandelte. Das Gemeinschaftsprojekt erhielt jetzt die Auszeichnung vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz, zu den fünf schönsten Grundschulgärten Bayerns zu gehören.

Der Charme dieses Schulgartens besteht darin, dass er weitgehend „naturbelassen“ ist. „Wir schauen im Frühjahr oft einfach, was aus dem Boden kommt und aufgeht“, erklärt Michaela Beck. Die Kinder bestimmen dann die Pflanzen und erkunden, was man mit ihnen machen kann. Im „Sinnesgarten“ haben sie miteinander einen Barfuß-Pfad installiert, um zu fühlen, wie es sich auf den unterschiedlichen Materialien wie Holz, Sand, Steine läuft. Ein Kräutergarten durfte auch nicht fehlen – was dort wächst, findet auch Verwendung, etwa in Form einer Kerbelsuppe, die gemeinsam gegessen wird, in Kräutersalz oder Lavendelsäckchen, die dann auf dem Weihnachtsbasar verkauft werden. „So lernen die Kinder auch etwas über den wirtschaftlichen Kreislauf – sie säen, ernten, und produzieren dann etwas, das sie verkaufen. Das Geld reinvestieren sie wieder in den Garten“, erläutert Beck.

Jede Klasse der Stufe 1 bis 3 hat ein eigenes Beet zur freien Verfügung. Dort tummelt sich sogar ein Igel. Am hinteren Ende des langen Gartens befindet sich ein beeindruckender Obstgarten, mit Spalierobstbäumen und großen Beerenbüschen, die schon kräftig tragen. „Dem Obst bekommt die Südlage sehr gut“, sagt die Projektleiterin. Welche Rolle die Bienen im Kreislauf der Natur spielen, dürfen die Schüler auch hautnah erfahren: „Wir haben auf der Dachterrasse zwei Bienenstöcke“, verrät die Lehrerin, die auch Imkerin ist. In einem lebendigen Bienenschaukasten im Garten können die Kinder jederzeit beobachten, was die Bienen gerade tun.

Die Kinder lieben diesen Garten, sagt Michaela Beck, die als leidenschaftliche Gärtnerin viel erklären und unterstützen kann. Denn ganz nach dem Montessori-Prinzip haben die Schüler dort reichlich Gelegenheit, vieles selbst auszuprobieren, zu erforschen und zu lernen. Mit dem Preis des Ministeriums zeigt sich, dass Beck mit ihrem Konzept auf dem richtigen Weg ist. Und das Preisgeld von 200 Euro wird in den Garten investiert.

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