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Voll in Betrieb: Der Kreisel der Weßlinger Umfahrung. 

Umfahrung Weßling

Wundern über Wörthsee

Weßling - Mit Argusaugen beobachtet die Gemeinde Wörthsee, was auf der Baustelle der Weßlinger Umfahrung geschieht. Und beschäftigt die Behörden.  

 „Sowas habe ich noch nie erlebt.“ Michael Kordon ist 54 Jahre alt, Leiter des Staatlichen Bauamts in Weilheim und seit 25 Jahren im Baugewerbe unterwegs. Seine Behörde ist Bauherrin der Weßlinger Umfahrung, die bis November etwa fertig sein soll. Die Baustelle läuft prima, aber was die Nachbargemeinde Wörthsee in den vergangenen Monaten veranstaltet hat, das findet sogar der Routinier Kordon höchst ungewöhnlich.

„Wir werden da schon sehr massiv mit Anwaltsschreiben bearbeitet“, sagt Kordon und spricht von 50 bis 60 Seiten, die seine Behörde auf den Tisch bekommen hat und die bearbeitet werden wollen. „Das bindet nicht nur Personal, sondern kostet auch viel Geld.“ Diese Art von Gegenwehr sei doch recht ungewöhnlich. „Üblicherweise kehrt mit dem Planfeststellungsbeschluss Frieden ein.“ Einen Einfluss auf die Baustelle hat das Verhalten der Wörthseer jedoch nicht.

Grund für die Kritik ist die Sorge der Wörthseer um ihr Trinkwasser. Der Streit darüber ist längst nicht beigelegt, die Gemeinde hat auch ein so genanntes Beweissicherungsverfahren auf den Weg gebracht (wir berichteten). Dabei geht es um eine Spülbohrung unterhalb der Bahnbrücke. Laut Gutachter soll hier unsachgemäß, weil zu tief gebohrt, das Trinkwasserreservoir angezapft worden sein (wir berichteten). Ende September nun wird nachgeschaut. Kordon geht davon aus, „dass alles richtig gemacht wurde“. Wenn nicht, „so werden wir das ordentlich abarbeiten“. Grundsätzlich sei aber auch dann die Frage, „ob das wirklich Auswirkungen hat“.

„Wir hoffen, dass sich herausstellt, dass nicht zu tief gebohrt wurde“, sagt Wörthsees Bürgermeisterin Christel Muggenthal. Falls doch, „so können wir wenigstens Regressansprüche geltend machen. Denn wenn ein neuer Brunnen gebraucht wird, muss den ja jemand bezahlen.“ Sie glaubt, dass aus finanziellen Gründen beispielsweise daran gespart wurde, das Regenwasser bei der Unterführung vollständig abzuleiten. Dies werde auch von der AWA kritisiert. „Das hatte sicherlich vorwiegend finanzielle Gründe. Da hat sich das Straßenbauamt streng an die Planfestellung gehalten.“ Das hat es natürlich, sagt Kordon. „Aber bei der Prüfung durch die Fachbehörden im Planfeststellungsverfahren ist die Finanzierung nicht relevant.“ Und Trinkwasserschutz habe höchsten Stellenwert. So oder so: Kordon ist froh, wenn die Umfahrung fertig ist. Mit ihrer Eröffnung rechnet er Anfang November, „früher wäre schon sehr sportlich“.

Bauamt und Autobahndirektion haben mittlerweile entschieden, an der Ausfahrt bei Etterschlag eine Ampel zu installieren – statt eines Kreisels. Das findet auch Christel Muggenthal gut: „Ich bin froh, dass da was passiert. Denn ich weiß, dass unsere Feuerwehr wegen schwerer Unfälle dort sehr oft im Einsatz war.“ Die Ampel soll ähnlich funktionieren wie die Anlage bei der Ausfahrt Inning: Sie hat eine flexible Schaltung und reagiert auf Stauungen mit längeren Grünphasen. Muggenthal hadert auch nicht mehr mit der Umfahrung als solche: „Die Umfahrung ist fast fertig, daran ist nichts zu ändern. Und ich wünsche den Weßlingern wirklich, dass sie ihnen die Entlastung bringt, die sie sich erhoffen.“

hvp

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