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Tiefe Einblicke gewähren die Aufnahmen. Auffällig ist die gemütliche Einrichtung des Salons, die zum Zusammensein einlud.

Aufnahmen in einem neuen Buch

So war das Leben im Schloss Possenhofen

Possenhofen – Es sind sensationelle Aufnahmen, die zeigen, wie Herzog Maximilian mit seiner Familie im Schloss Possenhofen lebte. Bernhard Graf erzählt die Geschichte des Herzogs in einem neuen Buch.

Acht Jahre lang ließ Rosemarie Mann-Stein ein Gedanke keine Ruhe: Irgendwo muss es Aufnahmen der Inneneinrichtung von Schloss Possenhofen geben. Die Leiterin des Kaiserin Elisabeth Museums sprach mit Einheimischen, fragte Experten, sah sich bei Versteigerungen um. Nirgends waren Fotos zu finden, das das Innenleben von Schloss Possenhofen dokumentieren. 

Aufnahmen aufgetaucht: „Eine kleine Sensation“

„Es gab immer nur Außenaufnahmen“, sagt Mann-Stein. Dann, bei einer Versteigerung vor einem Jahr, tauchten die ersehnten Aufnahmen auf. Am Telefon lieferte sich die Museumsleiterin einen Bieter-Wettstreit mit einem Kontrahenten. Am Ende war sie fast an ihrem Limit von 10 000 Euro angekommen. Die Aufnahmen hatten eigentlich nur einen Schätzwert von 250 Euro.

Kinderzimmer: Auch die Herzog-Familie besaß Spielsachen.

Rosemarie Mann-Stein siegte und freut sich noch heute: „Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ohne zu übertreiben, aber das ist eine kleine Sensation.“ Und so sind nun zwei Salon-Aufnahmen sowie eine des Kinderzimmers im Kaiserin Elisabeth Museum zu sehen.

Kontrast zu München: Schloss Possenhofen war wohnlich eingerichtet

Autor: Bernhard Graf.

Ermöglicht hat das Bernhard Graf. Der 54-Jährige gab Rosemarie Mann-Stein den Hinweis, dass die Aufnahmen bei einer Versteigerung in München aufgetaucht sind. Der Autor zeigt eine davon in seinem neuen Buch „Sisis Vater“, in dem er die Geschichte von Herzog Maximilian in Bayern erzählt. Im gleichnamigen Film griff er sie bereits auf. Schloss Possenhofen, schreibt Graf, „ist der bedeutendste Landsitz, den Herzog Max kaufte“. Allerdings, erklärt Graf: „Der Landsitz war vor allem für seine Ehefrau und Kinder bedeutend.“ Schloss Possenhofen war für sie der Lieblingswohnort. Als leidenschaftlicher Jäger bevorzugte Herzog Maximilian seinen Jagdsitz Unterwittelsbach. Er war eher dort oder im Münchner Palais in der Ludwigstraße anzutreffen.

Es waren zwei verschiedene Welten, welche die Aufnahmen offenbaren – auf der einen Seite das prunkvolle Leben in München und auf der anderen Seite die gemütlich wohnliche Einrichtung im Schloss Possenhofen. „Das Münchner Palais war sehr auf Repräsentation ausgelegt“, sagt Graf, „und genau das war Possenhofen nicht.“ Hofdame Marie Festetics aus Ungarn beschrieb die Einrichtung als „wohltuend altmodisch, aber vornehm gediegen und nichts von Bettelwirtschaft“.

An der Echtheit der Aufnahmen gibt es keine Zweifel

Herzog Maximilian: Er lebte lieber im Münchner Palais.

Museumsleiterin Rosemarie Mann-Stein hat sich die Aufnahmen genau angesehen. „Die Einrichtung war sehr individuell. Es gibt viele Pflanzen und Bilder“, sagt sie. Auch Uhren sind zu sehen – die hat Herzogin Ludovika, Frau von Herzog Maximilian, geliebt.

Mann-Stein schätzt die Aufnahmen auf die Jahre 1879 oder 1880. An der Echtheit gebe es keine Zweifel. „Das sieht man an der Art der Fotoabzüge. Sie sind mit Eiweiß auf Karton gezogen. Auch die Umrahmung ist im Stil der damaligen Zeit.“ Ob es noch womöglich mehr Aufnahmen der Einrichtung gibt? „Ich bin bloß glücklich, dass wir diese drei ergattert haben“, sagt Mann-Stein. Und hofft insgeheim doch auf den nächsten Coup.

„Sisis Vater“: Das Buch von Bernhard Graf

Das Buch über Herzog Maximilian in Bayern ist im Allitera Verlag erschienen und kostet 29,90 Euro.

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