Bauausschuss 

Bürgerhaus erneut teurer

Pöcking - Für das Pöckinger Projekt steht ein neues Energiekonzept im Raum: Fotovoltaik soll sich auf lange Sicht rentieren.

Die Anschaffungskosten wären etwa doppelt so hoch – und doch entschied sich der Pöckinger Bauausschuss am Montag für Variante 3. Demnach soll das geplante Bürgerhaus eine Wärmepumpe und Eigenstromversorgung durch Fotovoltaikanlage erhalten. Mit den nötigen Geothermie-Bohrungen summiert sich diese Variante auf 331 000 Euro. Der Bauausschuss entschied sich damit gegen Variante 1 – eine Luftwärmepumpe sowie Gasbrennwertkessel für 155 000 Euro – und gegen Variante 2, eine Heizkesselanlage mit Holzpellets für 171 000 Euro.

Schnitzler wirbt für teurere Variante: "Wir müssen dafür keine Schulden aufnehmen"

Bürgermeister Rainer Schnitzler erklärte, warum das Thema überhaupt noch einmal aufkam: „Die Luftwärmepumpe (Variante 1, d. Red.) erfüllt gerade so die Energieeinsparverordnung.“ Ökologisch sei das die schlechteste Lösung. „Wir sind dem Klimapakt beigetreten“, erinnerte er die Anwesenden. Doch gerade bei Sabine Stolicka von den Grünen kam die Entscheidung für Variante 3 nicht gut an. „Ich fühle mich an das Budget gebunden – das sind Steuergelder. Natürlich sind bessere Energiekonzepte super. Aber Scheibchen für Scheibchen machen wir das Haus teurer.“ Schon der Antrag für den Keller „kam später aus der Hüfte geschossen“. Dabei sei die Budgetgrenze von acht Millionen Euro beschlossen gewesen.

Schnitzler entgegnete: „Die acht Millionen Euro waren aus der Luft gegriffen und mit nichts hinterlegt.“ Manchmal mache es Sinn, drauf zu legen. „Wir müssen dafür keine Schulden aufnehmen.“ Den Vorschlag von Stolicka, etwa durch einen kleineren Saal Budgetkosten einzusparen, lehnte Schnitzler ab. „Kleinere Säle haben wir viele. Es gibt nicht mehr viele Möglichkeiten, einzusparen.“ Aus mehreren Fraktionen gab es die Befürchtung, die Kosten für das Projekt näherten sich den zehn Millionen. Christian Hörndl (SPD) merkte ironisch an: „Wir können uns gratulieren. Wir machen mittlerweile große Politik.“

Variante 3 liegt nach 25-Jahres-Rechnung innerhalb des Budgets

Letztlich gaben dann zwei Aspekte den Ausschlag für die Empfehlung des Bauausschusses für Variante 3: Eine Kühlung und die Eigenstromversorgung. „Das ist der ganz große Vorteil“, erläuterte Fachplaner Matthias Pfeffer vom Ingenieurbüro Pfeffer, „man hat eine Möglichkeit zur Kühlung des Gebäudes, die bisher nicht im Budget vorgesehen ist.“ Um vier bis fünf Grad könne die Naturalkühlung im Vergleich zur Außentemperatur abkühlen, erklärte er auf Nachfrage des Starnberger Merkur. Die anderen Varianten haben diese Möglichkeit nicht, eine zusätzliche Kältemaschine koste um die 80 000 Euro.

Zudem soll sich die Eigenstromversorgung per Fotovoltaik rechnen. Innerhalb von 25 Jahren sollen damit 187 000 Euro eingespart werden – zieht man die Einsparung von den Anschaffungskosten ab, liegt Variante 3 mit 143 000 Euro im Budget. „Eine Milchmädchenrechnung, das ist schon klar“, gab Fachplaner Pfeffer zu. Dass bei einer Holzpellet-Anlage auch Hackschnitzel benutzt werden könnten, überzeugte Schnitzler nicht. „Die haben wir beim Hallenbad, das ist sehr personalintensiv.“

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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