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Symbolbild

Gerichtsbericht

Nachbarn bespuckt und bepöbelt

Oberpfaffenhofen - Ein 31-jähriger Arbeitsloser terrorisierte seinen Nachbarn in Oberpfaffenhofen. Die Richterin verdonnerte ihn zu einer Geldstrafe.

 „Wir hätten so ein gutes Verhältnis haben können, wir zwei“, sagte der als Zeuge geladene Mitbewohner eines Mehrparteienhauses in Oberpfaffenhofen bedauernd. Der Rentner (67) meinte damit seinen wegen Beleidigung angeklagten Wohnungsnachbarn (31), gegen den er im November Strafanzeige erstattet hatte.

Laut Anklage hatte der 31-Jährige damals zum wiederholten Male eine Bierflasche vom ersten Stock des Hauses in den Hof geworfen und die Musik zu laut aufgedreht. Als sein Unterlieger die Polizei rief (ebenfalls nicht zum ersten Mal), beruhigte sich die bereits angespannte Situation nur kurz.

Kaum waren die Beamten abgerückt, spuckte der seit sechs Jahren arbeitslose Unruhestifter von oben auf seinen Nachbarn, der gerade im Hof die letzten Glassplitter der Bierflasche zusammen-kehrte. Zusätzlich soll er dem 67-Jährigen noch zugerufen haben, diesem gehöre „der Kopf abgeschlagen“.

Vor Gericht mochte sich der Angeklagte nun weder an die „tätliche Beleidigung“ (Richterin Brigitte Braun) noch an die verbale erinnern: „Mehr oder weniger“ war immer wieder die ins Schwammige tendierende Floskel des 31-Jährigen, wenn das Gericht Genaueres von ihm wissen wollte.

Die Vermieterin des Hauses bestätigte im Zeugenstand jedoch, dass sie dem Rentner nach dem hässlichen Vorfall „was Schleimiges“ vom Kopf wischen musste und diesem auch noch die Haare gewaschen hatte. Der 67-Jährige berichtete, dass es vor allem wegen der laut aufgedrehten Musik bei offener Tür schon öfter Ärger gegeben hatte: „Tagsüber schläft der, und nachts ist die Musik an – ich schlafe nur noch mit Ohrstöpseln“, sagte der Rentner, der das Verhältnis zum Wohnungsnachbarn als „sehr schlecht“ bewertete.

Der seit gut zwei Jahren im gleichen Haus lebende Beschuldigte zeigte sich vollkommen uneinsichtig: „Beleidigt? Wenn, dann wurde ich beleidigt!“ Die Hausbesitzerin und der Rentner würden „immer herumplärren, um die Musik zu übertrumpfen“, so der 31-Jährige, der sich als „vom Arbeitsamt arbeitsunfähig eingestuft“ bezeichnete.

Er habe Schlafprobleme, ein geregelter Tagesablauf sei ihm „leider nicht gegeben“. Im Übrigen mache er sehr wohl die Musik leiser, wenn man bei ihm klopfe. Zudem solle die Eigentümerin doch lieber „nicht immer das Katzenfleisch unten in die Sonne stellen“.

Amtsrichterin Brigitte Braun hatte damit genug gehört: „Rücksichtsloses und völlig uneinsichtiges Verhalten“, bescheinigte sie dem 31-Jährigen. Ihr Urteil: 50 Tagessätze zu je 15 Euro – und ein guter Rat an den nun vierfach Vorbestraften: „Sie sollten überlegen, ob Sie noch ein bisserl mehr aus Ihrem Leben machen wollen – Hilfe muss man sich aber auch holen.“  Von Thomas Lochte

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