Das Original wurde aufwändig gescannt.

Roseninsel

Der Panther aus dem 3D-Drucker

Feldafing - Zuwachs für die Roseninsel: Die Replik eines antiken Pantherweibchens wird am Wochenende feierlich übergeben. Die Plastik wurde aufwändig im 3D-Labor gefertigt.

Der Panther gilt als magisches Tier, er ist unsichtbarer Wächter und Herrscher der Nacht. Der Panther steht für Mut, Furchtlosigkeit und Selbstbewusstsein. Herrscher benutzten den Panther gerne als Insigne der Macht. Auch auf dem bayerischen Staatswappen ist – im dritten Feld – ein blauer goldbewehrter Panther auf silbernem Grund zu sehen.

Ein Panther gehört auch zu den kostbarsten Fundstücken der Roseninsel: aus Bronze, nur 15 auf 14 Zentimeter groß, vermutlich aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. Die Figur stellt ein Weibchen dar, sehr lebhaft mit einer erhobenen Pfote, als ob das Tier zum Spielen auffordern will. Woher die Bronzefigur stammt, ist nicht sicher. Vermutlich hat der reiselustige König Maximilian II. (1811– 1864) das Stück als Andenken von einer seiner Italienreisen aus Pompeji mitgebracht.

Die Originalminiatur ist im Besitz des Wittelsbacher Ausgleichsfonds und kann aus konservatorischen und sicherheitstechnischen Gründen nicht mehr auf der Roseninsel ausgestellt werden. Nun kehrt das Pantherweibchen aber als Replik in die Vitrine des Casinos zurück. „Es ist das schönste Stück aus den Spolien der Roseninsel und es war uns immer schon ein großes Anliegen, dieses Highlight zeigen zu können“, freut sich Marie von Miller-Moll, die Vorsitzende des Förderkreises Roseninsel. Sie ist dankbar, dass Herzog Franz von Bayern dem Verein das Original für die Herstellung des Duplikats ausgeliehen hat.

Da das Original so eine empfindliche Oberfläche hat, war eine klassische Abformung aber nicht möglich. Deshalb musste auf eine berührungsfreie Methode zurückgegriffen werden. Die Kopie entstand mit innovativer Technik in einem 3D-Labor der Technischen Hochschule in Deggendorf.

Die beiden Mitarbeiter Prof. Joerg Maxzin und Gerd Brändlein sind Spezialisten auf diesem Gebiet und haben schon für das Lenbachhaus und die Schlösser- und Seenverwaltung Repliken in dieser Methode gefertigt.

Für den Panther der Roseninsel wurden zwei Verfahren angewandt. Mittels eines 3D- Scanners, dessen Messungen eine Genauigkeit von bis zu 0,1 Millimeter ermöglichen, wurde zunächst die Struktur der Figur erfasst. Wo der Scanner an seine Grenzen stieß, wie bei verdeckten Stellen im Maulbereich, wurde zusätzlich ein CT-Scan eingesetzt, der das Objekt komplett durchleuchtet. Erst die Kombination beider Verfahren ermöglichte nach dem Zusammensetzen der einzelnen Aufnahmen ein exaktes digitales Modell für den 3D-Druck.

„Das war die größte Herausforderung“, erzählt Gerd Brändlein. „Aber der Plan hat funktioniert.“ Der anschließende digital gesteuerte Druck erfolgte in mehreren Schichten. Dabei wurden die Pulverschichten aus Polyamid in einem Laser-Sinter-Verfahren miteinander verschmolzen, bis der gesamte Panther aus Kunststoff aufgebaut war. Der Vergoldermeister Thomas Flanderka bildete anschließend die changierenden Grüntöne des Bronze-Originals nach. Für die Oberflächenbeschaffenheit grundierte er die Figur mit Acryl und Kreide, trug danach ein messingfarbenes eloxiertes Aluminium auf, um den Tiefenglanz zu imitieren und übermalte die Oberfläche mit mehreren Lasurschichten. Zum Abschluss fertigte eine Bernrieder Firma den schwarzen Sockel aus poliertem Naturstein. Das Ergebnis ist nun eine Figur, die dem Original zum Verwechseln ähnlich ist.

Am morgigen Samstag, 16. Juli, wird das Pantherweibchen samt dem Nachbau einer gläsernen Vitrine aus dem 19. Jahrhundert dem Casino übergeben. Der Förderkreis Roseninsel lädt dazu zu einem kleinen Festakt ein. Professor Joerg Maxzin wird den Herstellungsprozess des Duplikats erläutern, der frühere Generaldirektor des Deutschen Historischen Museums in Berlin, Dr. Hans Ottomeyer, spricht über die Möbel des Casinos, insbesondere über die Geschichte der Vitrine. Beginn ist um 17.45 Uhr.

Von Astrid Amelungse-Kurth

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