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Gewerbegebiet schwere Geburt

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Pöcking - Das geplante Gewerbegebiet beim Schmalzhof in Pöcking ist eine schwere Geburt. Wenn alle Stricke reißen, droht sogar das Aus.

Das Bauleitverfahren für das neue Pöckinger Gewerbegebiet ist immer noch nicht abgeschlossen. Die Pläne werden nochmals ausgelegt, auch wenn die Stadt Stadt Starnberg, moniert, dass damit die vom Gesetzgeber vorgesehene Auslegungsdauer überschritten wird. Insgesamt hat der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung den über 60 Seiten dicken Bebauungsplan mit vorwiegend redaktionellen Korrekturen beschlossen. Doch es gibt immer noch massive Einwände seitens der Ämter und Bürger, die das Gewerbegebiet noch kippen könnten.

Die größte Hürde für die Gemeinde ist die Herausnahme des Geländes aus dem Landschaftsschutzgebiet, worüber der Kreistag am 27. Juli entscheiden wird. Als Argument wird von der Naturschutzbehörde angeführt, „dass die Gemeinde ein nicht grundlos geschütztes Areal in Anspruch nimmt“. Auch die Regierung von Oberbayern meldet Bedenken an, weil sie den Standort nicht gut heißt. Ihr Argument ist, dass keine anbindungsfähige Siedlungsstruktur vorhanden sei. Diesem Einwand widerspricht die Gemeindeverwaltung, da sie juristisch die Meinung vertritt, dass das bestehende Mischgebiet am Schmalzhof nur um 1,7 Hektar erweitert wird.

Viggo von Wietersheim von der Initiative „Rettet den Schmalzhof“ hat in einem neunseitigen Schreiben ebenfalls Bedenken gegen den Standort angemeldet. Der Wunsch, das Landschaftsschutzgebiet zu belassen, stehe im unverhältnismässigem Widerspruch zum städtebaulichen Bedarf, heisst es im Schreiben der Bürgerinitiative.

Die Gemeinde kontert mit dem Argument, dass die Gewerbestruktur erhalten werden muss und die Ausweisung als Gewerbegebiet dem Schutz der sozialen Struktur diene. Auch den Einwand, dass landwirtschaftliche Flächen aufgegeben werden, räumt die Gemeinde mit dem Argument aus dem Weg, dass dies im Einvernehmen mit den Landwirten geschehe.

Joseph Wodak, Leiter des gemeindlichen Bauamtes, hatte alle Hände voll zu tun, sämtliche Einwendungen zu bearbeiten. Er empfahl dem Ausschuss, sich noch einen Monat Zeit zu nehmen und eventuell eine Sondersitzung des Gemeinderats einzuberufen, um den Bebauungsplan juristisch auf sichere Füße zu stellen, bevor er dem Landratsamt vorgelegt wird. Die Kreisbehörde kann erst eine Entscheidung treffen, wenn der Kreistag über die Herausnahme des Areals aus dem Landschaftsschutzgebiet einen Beschluss gefasst hat.

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