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Auf eine Halbe mit einem Weltstar

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Vom Schreibtisch ans Set: Tagblatt-Mitarbeiter Josef Hornsteiner wird zum Hollywood-Komparsen. foto: fkn
Vom Schreibtisch ans Set: Tagblatt-Mitarbeiter Josef Hornsteiner wird zum Hollywood-Komparsen. foto: fkn

Mittenwald/Seefeld - Eigentlich wollte Merkur-Mitarbeiter Josef Hornsteiner (27) über einen Filmdreh berichten. Prompt landete der Mittenwalder vor der Kamera mit Hugh Jackman.

Er war in den 1980ern der Kultspringer schlechthin. Michael „Eddie“ Edwards wurde Letzter bei den Olympischen Winterspielen von 1988 in Calgary. Warum man ihm heute eine eigene Hollywood-Produktion widmet? Ganz einfach, weil „Eddie the Eagle“ eine Vision hatte, einen Traum. Er ging als erster Skispringer Großbritanniens in die Geschichte ein und wahrscheinlich auch als Schlechtester im Weltcup-Zirkus. Doch durch seinen unermesslichen Willen, seinen Mut und grenzenlosen Optimismus gewann er die Herzen der Fans.

Die besten Zutaten also für einen Hollywood-Streifen. Und am authentischsten ist ein solcher an Original-Schauplätzen. Deshalb finden die Dreharbeiten neben Garmisch-Partenkirchen auch auf dem Seefelder Plateau mit dem britischen Schauspieler Taron Egerton (25) und Hollywood-Star Hugh Jackman (46) statt.

Informationen fließen nur spärlich bis überhaupt nicht - wie so oft bei diesen Blockbustern. So macht sich Merkur-Mitarbeiter Josef Hornsteiner auf, um das Set einmal persönlich zu besuchen, sich ein Bild vor Ort zu machen. Und prompt landet der 27-jährige Mittenwalder als Komparse vor der Kamera.

Das Wetter ist trüb an diesem Donnerstag-Morgen. Mit einigen Minuten Verspätung kommt Hornsteiner am Set nahe der Skisprungschanze an. Dort, wo Jackman erst kurz zuvor ein Selbstportrait oder „Selfie“, wie man heute sagt, geschossen hat. Weit weg kann er also nicht sein.

Zuvor hatte sich Hornsteiner spontan als einer von hunderten Komparsen beworben. Zu seiner Überraschung „waren wir an diesem Tag aber nur zu fünft“. Die Chance, später auf der Kinoleinwand zu erscheinen, ist also groß. „Der erste Weg, nachdem mich eine nette Dame namens Vroni zum Set führte, war in die Maske“, berichtet Hornsteiner. Dort knüpft der Statist erste Kontakte zum Showbiz, zu Stars und Sternchen. Drei britische Visagistinnen mittleren Alters heißen ihn herzlich willkommen, mustern ihn einige Minuten, während sie sein Haar zerzausen und darüber debattieren, „ob deutsche Haut wohl empfindlicher ist als englische“. Ihre Hände berührten schon Liam Neeson, Hugh Grant oder Daniel Craig, wie eine der Damen aus dem Nähkästchen plaudert.

Nach einer halben Stunde in der Maske erkennt er sich beinahe selbst nicht mehr: Im Gesicht blank, dazu muss er sich einen gestrickten Pullover mit einem überdimensionalen Skifahrer darauf überstülpen, flankiert von Karos und zahlreichen Mustern in allen möglichen Farben. Darüber eine weiß-blaue Frottee-Jacke. Die Krönung bildet eine auftoupierte Föhnfrisur.

Mitten am Nachmittag wird’s ernst für ihn: „Auf, es geht los“, ruft ihm ein Mann mit schwarzer Bomberjacke und Stöpsel im Ohr zu. In einem geräumigen Transporter geht es zum Drehort in der Nähe der Seefelder Schanze.

Dann der große Moment. Ganz unscheinbar kommt plötzlich in einem schwarzen Parka Superstar Hugh Jackman um die Ecke. Er ist konzentriert, denkt sich in die eine Szene, die jetzt geübt werden soll. Er geht auf in seiner Rolle.

„Fast schon entschuldigend sah er uns dann da sitzen und stellte sich erst einmal vor“, erzählt Hornsteiner. Als ob ihn keiner kennen würde, kommt ein freundliches „Hugh, nice to meet you“.

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