LEADER und LAG Ammersee

Workshop für die Jugend ohne Jugend

Oberfeld - Im Haus Peter und Paul in Oberalting ging es im Rahmen des LEADER-Förderprogramms um die Jugend. Die allerdings beteiligte sich nicht.  

Es war eine Premiere in Seefeld: Im Haus Peter und Paul fand am Samstag der erste Bürgerworkshop der lokalen Agendagruppe (LAG) Ammersee in Zusammenhang mit dem LEADER-Projekt statt (siehe Kasten). Dabei sollte es vor allem um Angebote für Jugendliche gehen. Die fehlten bei der Veranstaltung allerdings. Die knapp 20 Teilnehmer ließen sich davon nicht beirren und entwickelten gemeinsam mit LAG-Manager Detlef Däke erste Ideen für den Ort und auch zum Thema „Vernetzte Jugendplätze in der Region“. Denn erst am 21. Juli hatten die Bürgermeister der 16  Mitgliedsgemeinden in Wörthsee beschlossen, in dieser Sache besser zu kooperieren.

Dass die Jugendlichen am Samstag ausblieben, hing den Veranstaltern schon nach. Dabei hatten selbst die Sportvereine explizit eingeladen. „Uns ist schon klar, dass wir die Jugendlichen anders ins Boot holen müssen“, bekannte Däke. Schon im Frühjahr soll nun eine Veranstaltung mit Eventcharakter stattfinden, bei der die Jugendlichen selbstverantwortlich mitmischen.

Grundsätzlich klingt die LAG-Arbeit sperrig und nach mehr Bürokratie als Konkretem. „Es wird für uns leichter werden, wenn wir erste konkrete Projekte vorstellen können. Dann sehen die Leute, dass sich etwas bewegt“, sagte Däke. Werner Grünbauer, Bürgermeister der Gemeinde Pähl, konnte dazu am Samstag schon einen Erfolg vermelden: Er hatte just den Förderbescheid für das Freizeitgelände in Aidenried am Ammersee erhalten, das in Zukunft über verschiedene Baumaßnahmen wie beispielsweise einen Naturbeobachtungsturm aufgewertet werden soll.

In vier Gruppen tüftelten die Teilnehmer am Samstag an den Seefelder Themen. Ildiko Gaal-Baier von der Agenda brachte die Aktivitäten der Schulen rund um die Eichenallee ins Spiel. Daran könnten auch andere Schulen beteiligt werden – „eine Fahrtkostenübernahme eignet sich beispielsweise sehr gut für Bürgerengagement“, erklärte Däke. Johanna Deiringer, ebenfalls Agenda, sprach die Öffentlichkeitsarbeit an und die Tatsache, dass allein in Seefeld ein Drittel der Menschen zu den Senioren zähle. „Wie kann man auch diese Menschen für diese Projekte begeistern“, fragte sie sich. Und Dr. Oswald Gasser, der als Dritter Bürgermeister auch LEADER-Beauftragter ist, brachte die „massive Integrationsaufgabe“ der Gemeinden ins Spiel. „Eine Vernetzung bei der Organisation des Willkommenstags könnte uns etwas bringen.“ Gerd Mulert, Vorsitzender der Energiegenossenschaft, sprach, na klar, Alternativen bei der Mobilität an.

Letztlich fuhr Däke also doch mit einigen Ideen nach Hause. So soll in Sachen Mobilität ein Treffen stattfinden, bei dem die LAG als Schnittstelle fungieren will. Und im Zusammenhang mit der Wohnbebauung am Oberfeld in Hechendorf möchte die Gemeinde ein Jugendprojekt entwickeln. Für sich selbst weiß Däke: „Es ist wichtig, dass wir unsere eigene Begeisterung für dieses Förderprogramm der EU und die Projekte stärker zeigen. Es wird Zeit, konkrete Projekte anzupacken.“

Mit dem LEADER-Programm unterstützt das Bayerische Staatsministerium ländliche Regionen auf ihrem Weg zu einer selbstbestimmten Entwicklung. Und zwar nach dem Motto’: „Bürger gestalten ihre Heimat.“ LEADER steht für „Liaison entre actions de développement de l’économie rurale“ und bedeutet übersetzt: Verbindung zwischen Aktivitäten zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Die LEADER-Förder-Projekte werden von der LAG von der Idee über die Antragsstellung bis hin zum Verwendungsnachweis begleitet.

Hanna von Prittwitz

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