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Kapseln, die Leben retten können: Prof. Dr. Martin Storr (l.) und Dr. Herbert Eisenlohr mit den Tabletten für den Mikrobiomtransfer.

Klinikum Starnberg

Mit fremdem Stuhl weiterleben

Starnberg - Eine neue Form der Transplantation verspricht höchste Heilungschancen für Patienten mit Clostridien.

Wer jahrelang Durchfall wegen Bakterien namens Clostridien hat, kann daran sterben. Für sieben Prozent dieser Patienten verläuft die Krankheit tödlich. Seit eineinhalb Jahren gibt das Starnberger Klinikum Betroffenen Hoffnung: Durch eine Stuhltransplantation können sie geheilt werden. 

Stuhltransplantation: Das ist das, wonach es klingt. Der Stuhl eines gesunden Menschen wird dem Patienten über eine Darm- oder Magenspiegelung oder eine Magen- oder Dünndarmsonde in den Darm eingeführt oder von ihm per Kapseln geschluckt. „Ich fand es beeindruckend, dass Patienten, die nicht behandelbar sind, mit dieser Methode geholfen werden kann“, sagte Prof. Dr. Martin Storr vom Zentrum für Endoskopie bei einem Pressegespräch im Klinikum. 

Beim so genannten Mikrobiomtransfer liegen die Heilungschancen bei 80 Prozent, sagt Dr. Herbert Eisenlohr. „Die Patienten kommen krank rein und sofort nach der Spiegelung ist der Stuhlgang fest“, sagte der Leiter des Zentrums für Endoskopie. Zehn Patienten wurden im Klinikum bisher behandelt. Viele von ihnen hatten sich im Krankenhaus angesteckt – allerdings nicht in Starnberg, wie Eisenlohr betont. Meistens sind die Erkrankten 80 Jahre oder älter, denn die gefährlichen Bakterien siedeln sich laut Experten nur bei Menschen an, die gesundheitlich angeschlagen sind. Auslöser sind häufig Antibiotika, die die Darmflora ausdünnen. Und mit einem Antibiotikum müssen Clostridien auch behandelt werden. Bei über der Hälfte der Patienten wirke diese Antibiotikum-Gabe aber nur kurzfristig und der blutige, dünne Durchfall komme zurück. Oft liege das auch daran, dass gespart werde, sagt Storr. „Beim zweiten Mal ist die teurere Variante sinnvoll“, erklärt er. Die Kosten für dieses besondere Antibiotikum liegen bei 18 000 Euro. Doch sollte diese Medizin vier Mal nicht anschlagen, sei eine Stuhltransplantation sinnvoll. 

In Starnberg hat man die Behandlung verfeinert. „Wir dachten uns, wenn wir zwei Methoden kombinieren, könnten wir eine noch höhere Heilungsquote erreichen“, so Sporr. Seit die Ärzte den Stuhl per Darm- und per Magenspiegelung verabreichen, wird jeder Patient geheilt. Trotzdem fasst die Methode in Deutschland nur zögerlich Fuß. „Wir gehen in fünf Jahren von jährlich 1000 Patienten aus“, sagte Storr.

Michèle Kirner

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