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Ärger am Automaten: So wie Guido Ricciarelli geht es derzeit vielen Menschen in der Tiefgarage der Kreissparkasse. Seit Mittwoch ist dort nur noch Kartenzahlung möglich – zu erhöhten Tarifen.

Tiefgarage der Kreissparkasse

Keine Barzahlung am Automaten

Starnberg - Wer sein Auto in der Tiefgarage der Kreissparkasse in Starnberg abstellt, muss seit Mittwoch neue Regeln beachten.

„Das darf doch nicht wahr sein“, schimpft Guido Ricciarelli. Er steht vor dem neuen Parkautomaten in der Tiefgarage der Kreissparkasse an der Wittelsbacher Straße und will bezahlen, aber der Automat nimmt kein Bargeld mehr. „Man kann doch nicht verlangen, dass die Leute hier nur noch mit Karte zahlen“, empört er sich. Kann man doch – zumindest nach Ansicht der Sparkasse. „Durch die Münz- und Scheinzahlung hatte der Automat oftmals Störungen“, erklärt Dominika Sawicki aus der Pressestelle des Kreditinstituts. „Solche Störfälle soll der neue Automat verringern.“ Darüber hinaus seien die Automaten am Wochenende oft übervoll gewesen. Auch Fremdgegenstände wurden oftmals in die Schlitze geworfen, was ebenfalls Störungen und Reparaturen nach sich zog. 

Jetzt heißt es also „Bargeldlos, nur Karte“, wie der Aufkleber auf der Seite des Automaten angibt. Neben EC- nimmt das Gerät auch die gängigen Kreditkarten. Insgesamt acht verschiedene Karten werden akzeptiert. Bei den Kunden löst das allgemeines Kopfschütteln aus. „Ich habe nie eine Karte dabei. Jetzt weiß ich nicht, wie ich zahlen soll“, sagte eine ältere Dame am Mittwochnachmittag und beschwerte sich am Empfangsschalter der Kreissparkasse. Sie war nicht die Einzige. 

„Besucher werden bei der Einfahrt in die Tiefgarage mit einem deutlichen Schild darauf hingewiesen, dass nur noch Kartenzahlung möglich ist“, erklärt Sparkassen-Sprecherin Sawicki. Außerdem sei ein weiteres Schild auf einer Tür zur Filiale und auf dem Weg zur Tiefgarage angebracht worden. 

Für Ärger am Automaten sorgt seit Mittwoch aber nicht nur die neue Bezahlweise, sondern auch die neuen Preise. Denn mit Wirkung vom 16. November hat die Kreissparkasse die Tarife angehoben – und das teils saftig. So ist statt bislang einer halben Stunde jetzt nur noch eine Viertelstunde frei. Wer bis zu einer Stunde in der Tiefgarage parkt, muss 1,50 statt einem Euro bezahlen (siehe Kasten). 

„In der Zeit kann ich mich noch nicht mal an einen Wochenmarktstand anstellen“, schimpft eine 82-jährige Starnbergerin und denkt dabei nicht nur an ältere Menschen. „Bis eine Mutter mit Kinderwagen alles verstaut hat, dauert das ja seine Zeit“, sagt sie gegenüber dem Starnberger Merkur. Dominika Sawicki verteidigt die Tariferhöhung, übrigens die erste seit 2009. „Die Preise mussten an die Betriebs- und Verwaltungskosten der Sparkasse angepasst werden“, sagt sie. Mit Schreiben vom 13. Juli hatte die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg die Stadt über die geplante Erhöhung informiert. Die Stadt muss dieser nämlich zustimmen – das geht auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 1986 zurück. 

Der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats hatte die neuen Tarife am 17. Oktober noch abgelehnt und weitere Gespräche angemahnt. Insbesondere wegen der Verkürzung der kostenlosen Kurzparkzeit gab es Widerstand. „Das reicht ja nicht einmal, um die Kontoauszüge zu holen“, hatte BMS-Stadträtin Christine Lipovec stellvertretend für viele gesagt (wir berichteten). Auch bei der Stadtverwaltung ist die Verwunderung groß. „Wir hätten uns noch sehr gerne mit der Sparkasse abgestimmt“, sagte Sprecherin Lena Choi gestern.

Marie Makowka

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