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Die Mitglieder der "Froschbande". 

Prozess in Österreich

Mordfall Meiling: Erster Prozess gegen die Froschbande

Meiling/Wiener Neustadt - Neun Mitglieder der sogenannten Froschbande müssen sich seit Montag vor dem Landesgericht Wiener Neustadt verantworten. Die Männer sollen auch für den Raubmord von Meiling verantwortlich sein – und könnten nach einem rechtskräftigen Urteil ausgeliefert werden.

Markus Bauer, der Staatsanwalt im Landesgericht Wiener Neustadt, spricht von einer „Spur der Verwüstung und Angst“, die die Mitglieder der Froschbande gezogen hätten: Alte, wehrlose Menschen wurden zu Hause aus dem Schlaf gerissen, mit Schlägen und Tritten brutal misshandelt. Sie wurden in Todesangst gefesselt, anschließend machten sich die Täter mit ihrer meist geringen Beute davon. So ging die Froschbande auch im September vorigen Jahres im Seefelder Ortsteil Meiling vor – und ließ den sterbenden Markus K. (72) und seine schwerverletzte Ehefrau zurück.

Seit gestern wird neun Mitgliedern der Bande der Prozess gemacht. Bei ihnen handelt es sich um Rumänen zwischen 22 und 53 Jahren, die zum Teil miteinander verwandt sind. Es geht um sechs Raubüberfälle unter anderem in Wien, Wiener Neustadt und Puchberg am Schneeberg (beides Niederösterreich), dazu fünf weitere Einbruchsversuche. Der Fall Meiling wird vor dem Landesgericht Wiener Neustadt nicht verhandelt. Die meisten Taten ereigneten sich vor jener verhängnisvollen September-Nacht.

„Dieses Verbrechen wird bei uns immer ein Thema bleiben“, sagt Seefelds Bürgermeister Wolfram Gum. „Dass ausländische Banden bei uns einfallen wie die Mafia, hat es vorher nicht gegeben.“ Das sei die Schattenseite der EU-Osterweiterung, sagt Gum: „Viele ältere Menschen kommen damit nicht klar.“ Immerhin: Als er die Witwe und die Söhne von Markus K. danach einmal gesehen habe, hätten sie einen gefassten Eindruck auf ihn gemacht.

Vor Gericht kamen gestern grauenvolle Details zur Sprache. „Ein Senior erlitt Faustschläge gegen den Kopf, Tritte gegen den Körper und trug einen Kieferbruch davon“, berichtet Gerichtssprecherin Birgit Borns dem Starnberger Merkur. „Ein anderes Opfer erlitt zahlreiche Knochenbrüche und Einblutungen.“

Die meisten der neun Angeklagten zeigten sich laut ihren Verteidigern zumindest teilweise geständig. Besonders gruselig: Gegenüber Richterin Nina Morawetz sprach ein Angeklagter gestern über den Überfall auf eine 87 Jahre alte Frau wenige Tage nach der Bluttat in Meiling. Laut „tz“ erklärte er: „Ich haben sie an den Händen gefasst und habe gesagt, sie soll nichts sagen, dann wird ihr nichts passieren. Ich habe an den Vorfall gedacht, der in Deutschland passiert ist. Ich habe sie wie meine Mutter behandelt.“

Die Geständnisse machen Hoffnung auf ein schnelles Ende des Prozesses – was eine Auslieferung nach Deutschland beschleunigen könnte. Vier Prozesstage sind in Wiener Neustadt anberaumt. Sobald ein rechtskräftiges Urteil vorliegt, können die Männer ausgeliefert werden. Ken Heidenreich, Sprecher der Staatsanwaltschaft München II, sagt: „Ich gehe davon aus, dass das kein Problem wird.“ Die Anklage in München wird auf Mord lauten.

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